
Die Studienautoren verweisen darauf, dass das Thema Nachhaltigkeit in der öffentlichen Debatte in den Hintergrund rückt. Das wirke sich auch auf die Haltung der Unternehmen aus. Bei 59% der Unternehmen aus Real- und Finanzwirtschaft verliert Nachhaltigkeit intern an Priorität. Im Vorjahr gaben dies nur rund 14% der Unternehmen an. Vor allem Großunternehmen und größere Mittelständler spüren die Debatten stark. Die abnehmende Dynamik zeigt sich auch in der Stagnation der Verantwortung für das Thema auf Vorstands- und Geschäftsführungsebene, hier gab es keine Veränderung zum Vorjahr. Auch der Anteil der Unternehmen, die dies „in Planung“ haben, geht um 7 Prozentpunkte zurück. Die stärksten
Treiber der Nachhaltigkeitstransformation sind laut Studie ‘zukünftige Beschäftigte’ sowie ‘die Geschäftsführung’, gefolgt von der ‘Jungen Generation’ und ‘Wettbewerbern’. Als auffallend bezeichnen die Studienautoren, dass nahezu alle potenziellen Treiber in ihrer Intensität teilweise stark sinken (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: -12 Prozentpunkte, Geschäftsführung: -7 Prozentpunkte). Besonders stark verändert hat sich aus Unternehmenssicht die Relevanz der Politik für den Transformationsprozess. In den vergangenen Jahren hatten die Unternehmen sie noch als wichtigen Treiber wahrgenommen. Im aktuellen Bericht sinkt deren Bedeutung als Treiber erheblich um 31 Prozentpunkte. Gleichzeitig werden unsichere politische und regulatorische Rahmenbedingungen jetzt stärker als Hemmnis für die Transformation empfunden (+30 Prozentpunkte).
Fehlende wirtschaftliche Anreize bremsen den Transformationsprozess aus
„Ohne klare, verlässliche Signale aus Politik und Märkten droht die Transformation in eine Phase der Stagnation zu geraten“, analysiert unser Nachhaltigkeitsexperte, Jakob Kunzlmann. „Wir brauchen jetzt eine neue Fokussierung: mehr strategische Priorisierung, verlässliche politische Rahmenbedingungen und marktwirtschaftliche Anreize, wie beispielsweise eine CO2-Bepreisung mit verlässlichen Preispfaden. So können ökologische und soziale Aspekte als Investitions- und Wettbewerbsfaktor wirksam werden.“ In der industriellen Bildverarbeitung stellen PC-basierte Systeme oft eine technische Hürde dar. Die Trennung von Bildaufnahme und Datenverarbeitung führt häufig zu Latenzen, erhöhtem Platzbedarf und einem komplexen Wartungsaufwand. Besonders in schnellen Produktionslinien erschwert die Synchronisation zwischen Sensor und externem Rechner eine stabile Prozesskontrolle. ‣ weiterlesen
Präzise 2D-Inspektion mit nativer Edge-Intelligenz
Wo der Druck von Seiten der Politik fehlt, könnte den Studienautoren zufolge die Aussicht auf den ‚Business Case‘ in den Vordergrund rücken, also die Erwartung messbarer wirtschaftlicher Vorteile der Nachhaltigkeitstransformation. Diesen klaren ‚Business Case‘ sehen allerdings nur 17% der Unternehmen. 43% erkennen zwar einen finanziellen Mehrwert für ihre Unternehmen durch die Integration von ökologischen und sozialen Themen. Dieser fällt bislang jedoch niedriger aus als die damit verbundenen Kosten. Dies erklärt, dass rund 70% der Unternehmen zurückmelden, dass fehlende wirtschaftliche Anreize ihre Transformation ausbremsen.
Mehr Unternehmen setzen sich eigene Klimaziele
Die Nachhaltigkeitstransformation ist unter den befragten Unternehmen dennoch weiterhin Thema. So ist der Anteil der Befragten, die ihre Treibhausgasemissionen erfassen, auf 86% gestiegen. Auch die Klimaziele werden laut Untersuchung in der Realwirtschaft überwiegend beibehalten oder sogar weiterentwickelt. Der Anteil der Firmen mit selbstgesteckten Klimazielen erhöht sich von 53% auf 59%. Bei den Banken steigt er von 46% auf 65% und damit sogar noch deutlicher an. „Es ist ein wichtiges Signal, dass immer mehr Unternehmen ihre Emissionen erfassen und an Klimazielen festhalten. Entscheidend ist nun, dass daraus konkrete Transformationspfade mit klaren Investitionsentscheidungen, Zeitachsen und Finanzierungsplänen entstehen“, sagt Philipp Wesemann, Projektmanager im Bereich Klimaresiliente Gesellschaft der Stiftung Mercator. An den konkreten Plänen, wie die Zielvorgaben zu erreichen sind, mangelt es vielfach jedoch noch. 41 Prozent der Unternehmen mit Klimazielen geben an, dass ihr Transitionsplan noch „in Planung“ ist. „Daten zur Transformation sind kein Selbstzweck. Sie müssen in die Unternehmenssteuerung sowie in Investitions- und Finanzierungsentscheidungen eingebunden werden“, sagt Manuel Reppmann, Projektleiter der Studie und Nachhaltigkeitsexperte der Universität Hamburg.
Unternehmen gut auf Reporting vorbereitet, auch ohne Pflicht
Das EU-Omnibusverfahren, das die Berichtspflichten für Unternehmen vereinfachen und den Anwendungskreis verkleinern soll, hat der Studie zufolge vielfach zu einer Verlangsamung oder vorübergehenden Einstellung des Berichterstattungsprozesses geführt. Gleichzeitig fühlen sich rund 59% der ab 2027 berichtspflichtigen Unternehmen bereits heute gut oder sehr gut auf EU-weite Berichtspflichten vorbereitet; rund 18% sehen sich unzureichend aufgestellt. Und 75% der befragten Unternehmen, die künftig von der Pflicht zur Berichterstattung ausgenommen sind, geben an, dass sie auch künftig Nachhaltigkeitsberichte vorlegen wollen, knapp 8% planen keine Berichterstattung mehr.














