Wo liegen die Anwendungsfelder?
Besonders konkret wird Quantencomputing dort, wo sich wirtschaftliche Hebel klar abzeichnen. Im aktuellen Monitor stechen drei Felder hervor: In Chemie und Life Sciences liegt der Fokus auf Simulationen auf Molekül- und Materialebene. In Transport, Logistik und Teilen industrieller Wertschöpfung treiben Optimierungsprobleme die Nachfrage. In Finanzdienstleistungen rücken Risiko-, Portfolio- und Sicherheitsanwendungen in den Vordergrund.
McKinsey zufolge entwickelt sich Quantencomputing damit weniger als universelle Wette auf eine ferne Zukunft, sondern zunehmend als gezielter Hebel für klar umrissene, wirtschaftlich relevante Problemstellungen.
Hybride Architekturen für den Markt
Laut McKinsey verändert sich gleichzeitig die technologische Debatte. So stand lange im Vordergrund, ob Quantencomputer außerhalb kontrollierter Experimente überhaupt relevante Leistung erbringen können. Nun verschiebt sich der Fokus auf Skalierungs- und Integrationsaspekte. Hier sehen die Autorinnen und Autoren einen realistischen Weg in den Markt: über hybride Modelle, in denen klassische High-Performance-Computing-Systeme, KI und Quantencomputing zusammenarbeiten. Quantencomputing werde dabei nicht als Ersatz klassischer Infrastruktur verstanden, sondern als Beschleuniger für besonders komplexe Teilprobleme. McKinsey zufolge gewinnen Cloud-basierte Zugangsmodelle und Quantum-as-a-Service in dieser Phase zusätzlich an Bedeutung, weil Unternehmen Anwendungen testen und weiterentwickeln können, ohne eigene Hardware betreiben zu müssen.
Europa bei der Anwendung vorn
Laut Analyse wird der Wettbewerb auch aus Markt- und Standortsicht schärfer. Demnach liegt Europa bei der aktuellen Unternehmensadoption vorn. Die USA sind dagegen bei Startup-Finanzierung, großen Deals und der Marktführerschaft vieler Quantum-Unternehmen besonders stark. Gleichzeitig zeigen Patent- und Publikationsdaten, dass der globale Wettbewerb um geistiges Eigentum, Standards und Ökosysteme weiter zunimmt.















