Helfer auf dem Trümmerfeld

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Bild: THW/Yann, Walsdorf

Nach vier Jahren Forschungsarbeit haben das Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das Technische Hilfswerk (THW) das Projekt Romatris erfolgreich abgeschlossen. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stand die Entwicklung eines KI-gestützten Assistenzroboters für den Materialtransport. Der leicht bedienbare mobile Helfer kann Einsatzkräfte in Katastrophensituationen entlasten und Einsätze sicherer machen. „Das robotische System kann unsere Einsatzkräfte in mehrfacher Hinsicht entlasten […]. Es transportiert nicht nur schwere Lasten, sondern trägt auch dazu bei, dass Einsätze sicherer ablaufen“, erklärt Daniel Weissenrieder, THW-Projektleiter und Forschungsreferent.

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Bild: THW/Yann, Walsdorf

Hand in Hand mit Einsatzkräften

Mehr als 20 Ehrenamtliche aus 14 THW-Ortsverbänden begleiteten die Entwicklung des Roboters aktiv. Durch Workshops, Feldtests und iterative Optimierung entstand ein System, das praxisnah auf die Anforderungen des Bevölkerungsschutzes zugeschnitten ist.

Die Entwickler kombinierten im Roboter robuste Mechanik mit moderner Sensorik und KI-gestützter Steuerung. Intuitive Schnittstellen ermöglichen die Bedienung bei geringem Schulungsaufwand: entweder direkt per Handgesten oder teilautonom beim Transport zwischen Einsatzstellen. Eine Tiefenkamera erkennt die bedienende Person und verfolgt ihre Position, während ein neuronales Netzwerk ihre Gesten zuverlässig in Befehle übersetzt. Für die autonome Navigation erfasst ein 3D-Sensorsystem den Einsatzort präzise und ermöglicht die Bewegung entlang definierter Wegpunkte. Zusätzlich stellen Ultraschall- und Lasersensoren sicher, dass Hindernisse auch in dynamischen Umgebungen zuverlässig erkannt und umfahren werden. Mit einer Tragfähigkeit von bis zu 150kg transportiert das System etwa Generatoren, Pumpen oder Schläuche über lange Distanzen und unwegsames Gelände. Für den Einsatz stehen drei Betriebsmodi zur Verfügung: eine manuelle Steuerung per Fernbedienung, ein „Follow-Me“-Modus mit Gestenerkennung und Personentracking sowie ein Shuttle-Modus, bei dem der Roboter selbstständig zwischen zwei Punkten pendelt.

Bereits während der Projektlaufzeit fanden zwei mehrtägige Feldtests im THW-Ausbildungszentrum Hoya statt, bei denen der Roboter in unterschiedlichen Szenarien getestet wurde.

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