


Siemens und die Bayerische Staatsoper digitalisieren den Klang des Nationaltheaters in München. Das Ergebnis ist ein digitaler Zwilling, der Akustik, Orchesteranordnungen und Saalkonfigurationen in einem realitätsgetreuen akustischen 3D-Modell simuliert. Musiker, Dirigenten und Intendant können die Klangwirkung eines Saals so bereits vor der ersten Probe erleben. Die Mixed-Reality-Anwendung ‚Sound of Science‘ erlaubt es, verschiedene Orchesteraufstellungen und Publikumspositionen im Nationaltheater mit VR-Brille akustisch zu testen, unabhängig vom realen Ort. Die aktuelle Version enthält pünktlich zu den Münchner Opernfestspielen zusätzliche Saalkonfigurationen sowie neue akustische Szenarien. So kann nun beispielweise ein Bühnenbild eingefügt oder das Orchester unterschiedlich positioniert werden. Erstmals integriert ist laut Pressemitteilung auch eine Singstimme, eingesungen von Emilie Sierra (Sopran), Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper, zur realitätsnahen Klangbeurteilung.
Die technische Grundlage für ‚Sound of Science‘ liefert das Siemens Simcenter, ein Portfolio aus Simulations- und Testsoftware. Dieses verarbeitet Impulse-Response-Messungen und berechnet mithilfe von Ray-Tracing, wie sich Schallwellen im Raum ausbreiten. Unterschiedliche Materialien beeinflussen die Reflexion – und erzeugen so die spezifische Akustik eines Saals. Die App stellt Siemens ausgewählten Partnern aus der internationalen Kulturszene als Demonstrations-Anwendung kostenlos zur Verfügung. Ein Vertrieb der Anwendung ist derzeit nicht geplant. Die Simulationslösungen, die in der Applikation verwendet werden, gibt es jedoch zu kaufen. Den Projektauftakt bildeten 2024 bereits die Salzburger Festspiele.
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