Nachhaltigkeit in der Unternehmensfinanzierung

Nachhaltigkeit bleibt auch in der Finanzierungspraxis präsent, allerdings nimmt die empfundene Relevanz ab. 30% der Unternehmen und 37% der Banken bewerten Nachhaltigkeit als wichtig in Finanzierungsgesprächen. In beiden Gruppen zeigt die Studie eine Rückläufige Bedeutung -8 bzw. -9 Prozentpunkte). Zwar erwarten sowohl Banken als auch Unternehmen, dass Nachhaltigkeit zukünftig in der Unternehmensfinanzierung eine Rolle spielen wird. Die Zustimmung in der Realwirtschaft fällt mit 45% aber geringer aus als bei Banken (79%), sie ist auf beiden Seiten rückläufig.

„Nachhaltigkeitsdaten sind heute vielfach vorhanden – ihre Wirkung in Kreditentscheidungen bleibt jedoch begrenzt. Solange sie nicht systematisch in Risikoanalysen und Konditionen einfließen, entstehen keine spürbaren Transformationsanreize. Sustainable Finance muss sich deshalb stärker vom Reporting- zum Steuerungsinstrument entwickeln“, sagt Incken Wentorp, Nachhaltigkeitsexpertin der Peer School for Sustainable Development. In der neuen Phase der Nachhaltigkeitstransformation bekommen funktionierende Kooperationen entlang von Wertschöpfungsketten sowie zwischen Real- und Finanzwirtschaft eine zentrale Bedeutung. „Transformation ist zunehmend eine Koordinationsaufgabe zwischen Unternehmen, Banken, Investoren und Politik. Viele Lösungen entstehen erst im Zusammenspiel dieser Akteure“, sagt Laura Marie Edinger-Schons, Chief Sustainability Officer und Professorin für Nachhaltiges Wirtschaften an der Universität Hamburg.

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