Betriebsräte sehen Investitionsbedarf

Frau an Drehbank 1
Bild:©ehrenberg-bilder/stock.adobe.com

Die Investitionszurückhaltung im Maschinen- und Anlagenbau bringt die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschlands beschäftigungsstärkster Branche zunehmend unter Druck. Das geht aus dem der ‚Trendmelder 2025‘, einer branchenweiten Betriebsrätebefragung der IG Metall, hervor. „Mit ihrer Investitionsbremse setzen die Chefetagen die Zukunftsfähigkeit einer der deutschen Kernbranchen aufs Spiel. Das kann Tausende Arbeitsplätze kosten und gefährdet langfristig den Industriestandort“, sagt Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. „Die Unternehmen müssen jetzt raus aus der Defensive und umdenken, die Investitionen – insbesondere in Forschung und Entwicklung – deutlich ausbauen und so dringend nötige Innovationen ermöglichen.“ Dafür müsse auch zügig der politische Rahmen gesteckt werden.

Nur noch gut die Hälfte der befragten Betriebsräte (53 Prozent) hält die Wettbewerbsfähigkeit der Branche im Allgemeinen für gut oder sehr gut. Der Aussage, die Produkte seien konkurrenzfähig, können deutlich mehr als ein Drittel der Betriebsräte (37 Prozent) nicht mehr zustimmen.

Aus Sicht der IG Metall ist diese Entwicklung eine direkte Folge mangelnder Investitionen der vergangenen Jahre. Und eine Trendwende ist nicht erkennbar: Die erwartete Entwicklung von Investitionen bleibt mit 14 Prozent auf niedrigem Niveau. 52 Prozent der Unternehmen planen, sie auf dem bestehenden niedrigen Niveau verharren zu lassen. 34 Prozent gehen sogar von einer weiteren Reduzierung aus. Die Maßnahmen, die die Unternehmen stattdessen ergreifen, sind aus Sicht der IG Metall nicht geeignet, die Branche nach vorn zu entwickeln. 36 Prozent der Befragten geben an, dass Verlagerungen laufen, geplant oder in den letzten 12 Monaten bereits durchgeführt sind. Zusätzlich stehen in 62 Prozent der Betriebe Re- und Umstrukturierungen an, laufen bereits oder wurden in den letzten 12 Monaten durchgeführt. 29 Prozent der Betriebsräte rechnen damit, dass die Anzahl der Beschäftigten in den nächsten 12 Monaten sinken wird. Bei den Befristeten gehen sogar 34 Prozent von einem Sinken aus, bei Leiharbeitenden rechnen 26 Prozent mit einer Reduzierung.

www.igmetall.de