
Mit Blick auf die Lebensbereiche, in denen die Befragten künftig eine große persönliche Bedeutung der Digitalisierung für sich selbst erwarten, verzeichnet der Digitalklimaindex im Vergleich zum Vorjahr eine signifikante Veränderung. Am stärksten wächst demnach der Bereich Wirtschaft und Beruf: Der Anteil steigt gegenüber 2025 um sieben Prozentpunkte auf 54%. Bei Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung wächst er um fünf Punkte auf 46%. Deutsche Glasfaser zufolge fällt die Entwicklung in eine Phase, in der KI-Anwendungen in Bildung und Arbeitswelt deutlich sichtbarer und breiter verfügbar werden.
„Künstliche Intelligenz macht für viele Menschen unmittelbar erfahrbar, wie schnell Digitalisierung Arbeit und Lernen verändert. Der Digitalklimaindex zeigt, dass Beruf und Bildung deshalb stärker in den Mittelpunkt der persönlichen Zukunftserwartungen rücken. Die Menschen nehmen die Veränderungen in diesem Umfeld sehr bewusst wahr und stehen diesem Thema offen gegenüber“, sagt Ruben Queimano, Chief Commercial Officer bei Deutsche Glasfaser. So geben 48% der Befragten an, dass sie es befürworten würden, wenn im Beruf verstärkt künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen würde.
Der Bedeutungsgewinn von Digitalisierung in der Arbeitswelt zeigt sich laut Studienergebnis unabhängig vom Bildungsabschluss. Bei Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss steigt der Anteil derer, die für Wirtschaft und Beruf künftig eine große persönliche Bedeutung erwarten, um zehn Prozentpunkte (51%). Bei mittlerem Bildungsabschluss liegt der Wert bei 49% (plus drei Punkte), bei hohem Bildungsabschluss bei 61% (plus acht Punkte).
Auch für den Lebensbereich Bildung und Weiterbildung gewinnt die Digitalisierung an Gewicht. Bei Befragten mit mittlerem Bildungsabschluss steigt der entsprechende Anteil von 40 auf 45%. Und 53% der Menschen mit hohem Bildungsabschluss (plus vier Punkte) erwarten hier eine große Bedeutung der Digitalisierung in ihrem Leben.
Unterschiedliche Schwerpunkte je nach Generation
Die Befragten messen der Digitalisierung auch weiterhin eine hohe Bedeutung in den Bereichen Medizin und Gesundheitsversorgung (60%), Geld und Finanzvorsorge (58%), Verkehr und Mobilität sowie Einkäufe und Versorgung (jeweils 57%) bei. Diese Lebensbereiche führen, wie im Vorjahr, die Wertung an.
Bei den 16- bis 29-Jährigen steigt vor allem die erwartete Bedeutung der Digitalisierung beim Wohnen (44%, plus acht Punkte). Demnach können sich bei der jüngsten Gruppe der Befragten beispielsweise rund 55% gut vorstellen, dass der eigene Kühlschrank darüber Listen führt, was im Haushalt fehlt. Auch bei Wirtschaft und Beruf (59%, plus vier Punkte) ist die Relevanz gestiegen. Dies gilt auch für die 30- bis 44-Jährigen (58%). Für diese Befragtengruppe wird die Digitalisierung auch im Umfeld von Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung noch einmal deutlich relevanter (54%, plus fünf Punkte). Dies deutet laut Deutsche Glasfaser darauf hin, dass das Thema ‚lebenslanges Lernen‘ für die Menschen an Bedeutung gewinnt.
Die 45- bis 59-Jährigen sehen die größte Bedeutung der Digitalisierung künftig im Bereich Geld und Finanzvorsorge (64%, plus drei Punkte), gefolgt von Medizin und Gesundheitsversorgung (62%, plus zwei Punkte). Der Bereich Wirtschaft und Beruf erreicht 57% (plus fünf Punkte).
In der Altersgruppe 60+ steigen die Werte besonders deutlich im Bereich Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung – von 21 auf 34% – sowie bei Wirtschaft und Beruf von 35 auf 47%. Bei Medizin und Gesundheitsversorgung sinkt der Anteil dagegen von 65 auf 55%. Die Deutsche Glasfaser schlussfolgert daraus, dass KI-Themen in der Medizin offenbar ihren Platz in der Alltagswahrnehmung dieser Gruppe noch nicht gefunden haben. Dafür spreche auch, dass mehr als die Hälfte in dieser Altersgruppe (55%) es ablehnt, eine medizinische Diagnose zunächst durch künstliche Intelligenz erstellen zu lassen.
„Die Ergebnisse unterstreichen, wie präsent die Digitalisierung in unserem Alltag ist. Die Erwartungshaltung ist stark an die individuelle Lebensrealität der Altersgruppen geknüpft. Dies verdeutlicht, dass digitale Lösungen, die maßgeschneidert für die Zielgruppen sind, den nachhaltigsten Einfluss haben“, so Queimano.
Altersgefälle bei digitaler Ausstattung
Ein Smartphone ist laut Studie in nahezu allen Haushalten der unter 60-Jährigen vorhanden: Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei 100%, bei den 30- bis 44-Jährigen bei 99% und bei den 45- bis 59-Jährigen bei 98%. In der Altersgruppe 60+ sind es 74%. Auch bei Tablets zeigt sich ein deutlicher Abstand: 73% der jungen Erwachsenen verfügen im Haushalt über ein Tablet, gegenüber 40% der Befragten ab 60 Jahren. Die Studienverantwortlichen betonen hier die praktischen Auswirkungen, da zum Beispiel Apps für Finanzdienstleistungen oder Rabatt-Apps nur auf einem solchen Mobilgerät laufen.
Der Untersuchung zufolge entwickelt sich insbesondere die Smartwatch dynamisch. Inzwischen besitzen 54% der 16- bis 29-Jährigen ein solches Gerät im Haushalt, bei den Befragten ab 60 Jahren sind es 26%. Internet-TV ist dagegen über alle Altersgruppen hinweg vergleichsweise weit verbreitet. Die Werte reichen von 81% bei den 16- bis 29-Jährigen und den 30- bis 44-Jährigen bis zu 53% in der Gruppe 60+. Beim Smart Home liegen die 30- bis 44-Jährigen mit 53% vorn.
„Digitale Anwendungen sind längst Teil des Alltags, aber nicht für alle Generationen im gleichen Maß. Damit alle Menschen von digitalen Diensten profitieren können, braucht es noch mehr Offenheit für praktische Anwendungsfelder und ihre Vorteile. Der Digitalklimaindex zeigt in diesem Jahr, dass die Menschen die Digitalisierung im Kontext von Aus- und Weiterbildung als sehr wichtig erachten – damit ist ein Schritt in diese Richtung getan“, erläutert Queimano.
Methodik: Der Digitalklimaindex von Deutsche Glasfaser untersucht die digitale Einstellung der deutschen Bevölkerung in zwölf Lebensbereichen. Media Tenor hat die Untersuchung gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Mentefactum durchgeführt. Für die aktuelle Erhebung wurden im Juni 2.008 Personen zwischen 16 und 65 Jahren durch Mentefactum repräsentativ telefonisch befragt.















