Innovationen durch Kooperationen

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Jedes dritte Unternehmen in der Informationswirtschaft und jedes fünfte im verarbeitenden Gewerbe kooperiert aktuell mit digitalen Startups oder hat dies in der Vergangenheit getan. Mehr als 95 Prozent der Kooperationspartner sitzen in Deutschland. Vier Fünftel aller Unternehmen erreichen dabei zumindest einen Teil der Ziele, die sie sich für die Zusammenarbeit gesteckt haben. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Unternehmensbefragung des ZEW Mannheim. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz hat das ZEW mehr als 1.200 Unternehmen aus Informationswirtschaft und verarbeitendem Gewerbe befragt. „Die Kombination der Markterfahrung und der Finanzkraft etablierter Unternehmen mit der Agilität und dem technologischen Knowhow digitaler Start-ups birgt vielfältige Potenziale und einige Herausforderungen“, sagt ZEW-Ökonom Dr. Daniel Erdsiek, Mitautor der Studie. „Unsere Studie beleuchtet deshalb Umfang, Motive und Hindernisse der Kooperation etablierter Unternehmen mit digitalen Start-ups.“ Laut Befragung, finden Kooperationen in erster Linie in Form von Informationsaustausch statt oder bestehen in einer Kunden-Lieferanten-Beziehung. Mit geringem Abstand folgen die gemeinsame Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen und die Zusammenarbeit bei operativen Abläufen, wie etwa Vertrieb oder Marketing.

Zugang zu technologischem Wissen

„Unternehmen erhoffen sich in Zusammenarbeit mit digitalen Startups neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln oder vorhandene zu verbessern. An zweiter Stelle erwarten Unternehmen durch die Kooperation Zugang zu technologischem Knowhow, Technologien oder Software“, so Erdsiek. Für Unternehmen ohne bisherige Erfahrung in der Kooperation mit digitalen Startups ist der Zugang zu technologischem Wissen sogar die am weitesten verbreitete Motivation. Die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells, neue oder verbesserte Geschäftsprozesse und der Zugang zu Fachkräften, Kunden, Märkten oder Vertriebskanälen sind weitere Gründe für die Zusammenarbeit. Eine mögliche Übernahme des Startups ist lediglich für etwa jedes zehnte Unternehmen in der Informationswirtschaft oder dem verarbeitenden Gewerbe ein treibendes Motiv um Kooperationen einzugehen.

Bessere Produkte

In den meisten Fällen erreichen Unternehmen durch die Kooperationen zumindest einen Teil der gesteckten Ziele. Etwa zehn Prozent in der Informationswirtschaft und 20 Prozent im verarbeitenden Gewerbe geben allerdings an, durch die Zusammenarbeit bisher keines der gesteckten Ziele erreicht zu haben. Mit rund 60 Prozent konnten dennoch die meisten der kooperierenden Unternehmen der Informationswirtschaft und des verarbeitenden Gewerbes durch eine Kooperation ihre Produkte oder Dienstleistungen verbessern oder neue schaffen. Mehr als der Hälfte der kooperierenden Unternehmen in der Informationswirtschaft wurde zudem Zugang zum technologischen Wissen des Startups ermöglicht. Das verarbeitende Gewerbe profitiert in der Zusammenarbeit von neuen oder verbesserten Geschäftsprozessen und dem Zugang zu neuen Vertriebskanälen.

Was hält Unternehmen ab?

Eine Reihe von Faktoren hält Unternehmen allerdings von der Zusammenarbeit mit digitalen Startups ab. So sehe laut Befragung etwa 60 Prozent der Unternehmen keine geeigneten Projekte für eine Kooperation – das größte Hemmnis für etablierte Unternehmen. Zudem sagt etwa die Hälfte der Unternehmen, der Mehrwert einer Kooperation sei unsicher oder es bestehe Unsicherheit in Bezug auf Reife, Zuverlässigkeit oder Überlebenswahrscheinlichkeit des Startups. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die über Kooperationserfahrungen verfügen, sehen daher auch Probleme bei der Identifikation geeigneter Startups als Hemmnis für den Aufbau möglicher Kooperationen an. mst/ZEW Mannheim GmbH

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