Startup-Kooperationen in Europa etabliert

Young business people in office
Bild: ©Vasyl/stock.adobe.com

Open Innovation, bei der Unternehmen mit Startups zusammenarbeiten, um neue Lösungen für ihre geschäftlichen Herausforderungen zu finden, entwickelt sich zur Standardstrategie. Dies legt eine Studie des Beratungsunternehmens Sopra Steria nahe, für die 1.648 Unternehmen und Startups befragt wurden. Treiber sind demnach neue Arbeitsgewohnheiten, die sich während der Pandemie durchgesetzt haben, sowie die weltweite Konjunkturabschwächung. Beides verändert die Geschäftsrealität und damit die Art und Weise, wie Unternehmen Innovationen vorantreiben und neue Geschäftsmodelle identifizieren. „Unternehmen spüren angesichts der wirtschaftlichen Eintrübung den wachsenden Innovationsdruck. Es reicht nicht mehr, sich nur über Preis und Effizienz abzuheben. Als Folge verändern sie ihre F&E-Strategien in Richtung mehr Startup-Kooperationen. Die Ziele lauten Risikominimierung, verkürzte Markteinführung und Optimierung der Geschäftsprozesse“, sagt Martin Weisath, Head of Sopra Steria Next in Deutschland.

Die Ergebnisse

  • Open Innovation ist heute ein fester Bestandteil der Strategie europäischer Unternehmen: 50 Prozent der befragten Managerinnen und Manager bestätigen, dass ihr Unternehmen diese Art der Zusammenarbeit während oder nach der Pandemie begonnen hat.
  • Open Innovation wird von zwei Dritteln (67 Prozent) der Unternehmen als wichtig oder entscheidend eingestuft. In Italien und den Benelux-Staaten ist man besonders enthusiastisch (80 Prozent).
  • 58 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie ihre Ziele einer Startup-Kooperation erreicht haben und mit ihren Ergebnissen zufrieden sind.
  • Das Interesse an Open Innovation variiert je nach Branche. Im Luft- und Raumfahrtsektor sind Co-Creation-Ansätze mit Startups bei 100 Prozent der befragten Unternehmen in die Strategien integriert, so die Studie. Im Public Sector haben 58 Prozent der befragten Verwaltungen entsprechende Projekte gestartet.
  • Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit sind die drei wichtigsten Themen, bei denen Unternehmen die Zusammenarbeit mit Startups forcieren.

Skepsis in Deutschland

Unternehmen in Deutschland zeigten sich in der Studie zurückhaltend in Bezug auf Open Innovation; ein Paradoxon, so die Studienverantwortlichen, wenn man bedenkte dass Berlin als europäische Startup-Hauptstadt gelte.

  • 57 Prozent – im Vergleich zu den neun weiteren Ländern der niedrigste Wert – haben bereits mit Start-ups zusammengearbeitet.
  • 13,8 Prozent – zweithöchster Wert der Studie – stufen Kooperationen als unwichtig ein.
  • 48 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland erreichten ihre Ziele bei Startup-Kooperationen nur bei der Hälfte der durchgeführten Projekte.
  • 59 Prozent wollen in den kommenden 18 Monaten eine Zusammenarbeit in Angriff nehmen, 27 Prozent haben keine Pläne. Zum Vergleich: In Italien wollen 92 Prozent der Unternehmen in weitere Open-Innovation-Vorhaben investieren, nur zwei Prozent nicht.

Dennoch seien in der Tendenz heute mehr Unternehmen in Deutschland offen gegenüber Startup-Kooperationen als noch vor einigen Jahren, so die Studienautoren. In einigen Branchen in Deutschland seien darüber hinaus ein Kulturwandel und eine wachsende Bereitschaft für Open Innovation zu beobachten. Im Public Sector findet beispielsweise gerade eine signifikante Öffnung in Richtung Zusammenarbeit mit Startups statt. Dies zeigten Initiativen wie etwa der GovTech Campus in Berlin.

Sopra Steria SE