Industrie 4.0 steht für einen Transformationsprozess, der Unternehmen, die Arbeitswelt und die Gesellschaft verändert. Doch wie bewerten Entscheider diesen Wandel und wie reagieren sie darauf? Deloitte hat dazu für die Industrie-4.0-Studie 2020 ‚The Fourth Industrial Revolution. At the intersection of readiness and responsibility‘ Führungskräfte aus 19 Ländern befragt. Im Mittelpunkt der Befragung standen die vier Schwerpunkte Strategie, Soziales, Mitarbeiter und Technologie.
Kaum Industrie 4.0-Strategien
Laut Studie sind von den befragten Unternehmen jene mit einer effektiven Industrie-4.0-Strategie wirtschaftlich erfolgreicher. 18 Prozent von ihnen wuchsen im vergangenen Jahr um 20 Prozent oder mehr; nur drei Prozent der Unternehmen ohne entsprechende Strategie erzielten ein ähnlich starkes Wachstum. Aus der Studie geht weiterhin hervor, dass hinsichtlich der Strategie noch Nachholbedarf in den Führungsetagen besteht: Zehn Prozent der weltweit Befragten geben an, dass ihre Unternehmen eine umfassende Industrie-4.0-Strategie verfolgen; in Deutschland sind es neun Prozent. Derzeit haben zwei Drittel der globalen Unternehmen entweder keine definierte Industrie-4.0-Strategie (21 Prozent) oder verfolgen lediglich Ad-hoc-Ansätze zur punktuellen Umsetzung (47 Prozent). In Deutschland verfügen nach eigener Angabe 41 Prozent der Befragten über keine Industrie-4.0-Strategie. Die Erwartungen an die Industrie 4.0 unterscheiden sich bei den deutschen Führungskräfte oft erheblich von denen ihrer internationalen Kollegen. So streben 80 Prozent der deutschen Entscheider vorrangig eine Steigerung des Umsatzes an (global 59 Prozent), 43 Prozent erwarten von Industrie 4.0 ein verbessertes Risk Management (global 27 Prozent) und 42 Progzent Kostensenkungen (global 29 Prozent). Lediglich für sechs Prozent der deutschen Führungskräfte liegt der Fokus auf einem Mehrwert für die Gesellschaft – international verfolgen dieses Ziel 23 Prozent der Befragten. Die Studie zeigt zudem, dass Führungskräfte nach dem Thema Fachkräftemangel (61 Prozent der Nennungen) aktuell die Themen Klimawandel und ökologische Nachhaltigkeit (54 Prozent) als die drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen ansehen. Bei deutschen Entscheidern hat die Digitalisierung der Lieferketten mit 56 Prozent noch eine deutlich höhere Priorität als ökologische Nachhaltigkeit (41 Prozent).
Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft















