KI-Hype-Gap in der DACH-Region
Auch im Umgang mit künstlicher Intelligenz im Produktionsumfeld nehmen China und die USA im Barometer eine Vorreiterrolle ein: Bei partiellem oder vollständigem KI-Einsatz liegen die chinesischen Teilnehmer mit 71% vorn, gefolgt von Indien mit 61% und den USA mit 57%. Mexiko (51%) und das Vereinigte Königreich (48%) bilden das Mittelfeld, während die DACH-Region mit 37% hinten liegt. Die Ergebnisse zeigen, dass viele europäische Unternehmen hier eher vorsichtig agieren. Sie setzen KI bislang nur pilotartig ein, eine tiefe Integration in Produktionsprozesse fehlt. Gleichzeitig wird der zukünftige Einfluss von KI hoch eingeschätzt, beispielsweise rechnen 51% der DACH-Unternehmen mit „erheblichen“ oder „bahnbrechenden“ Auswirkungen in den kommenden fünf Jahren. Diese Lücke verdeutlicht: Ohne solide Grundlagen bei Dateninfrastrukturen, Sensorik und digitalen Zwillingen können smarte Algorithmen nicht produktiv wirken. So bleibt KI in der industriellen Praxis ein Zukunftsversprechen, wird aber kein wirksamer Produktivitätshebel (KI-Hype-Gap).
Software-Defined Manufacturing (SDM) als neue Schlüsselkompetenz
Software-Defined Manufacturing (SDM) hat zum Ziel, die Produktionssteuerung von physischer Hardware zu entkoppeln und einen zentralen Software-Layer zu schaffen, der die Fertigung flexibel, skalierbar und standortübergreifend macht. Den Barometer-Ergebnissen zufolge nehmen CIOs hier eine Schlüsselrolle ein und werden zu Architektinnen und Architekten der digitalen Fabrik, verantwortlich für IT-/OT-Integration, Datenkompetenz und Investitionspriorisierung. Unternehmen mit CIO geben in der Untersuchung signifikant häufiger an, mit dem SDM-Konzept vertraut zu sein (+33,2%), und integrieren es eher in ihre Gesamtstrategie (+18,4%). Zudem steigt die Investitionsbereitschaft (+13,8%), während die Budgetbindung an Wartungsaufwände sinkt (-26,2%). In der industriellen Bildverarbeitung stellen PC-basierte Systeme oft eine technische Hürde dar. Die Trennung von Bildaufnahme und Datenverarbeitung führt häufig zu Latenzen, erhöhtem Platzbedarf und einem komplexen Wartungsaufwand. Besonders in schnellen Produktionslinien erschwert die Synchronisation zwischen Sensor und externem Rechner eine stabile Prozesskontrolle. ‣ weiterlesen
Präzise 2D-Inspektion mit nativer Edge-Intelligenz
Vergleicht man die Vertrautheit mit dem noch jungen SDM-Konzept, sind Indien und China Vorreiter: Die Befragten bescheinigen sich mit jeweils 30% eine „sehr hohe“ Vertrautheit. In der DACH-Region (3%) und im Vereinigten Königreich (6%) ist der Anteil deutlich geringer. Die USA (14%) und Mexiko (18%) liegen im Mittelfeld.
Mehrheit erwartet weitere Umbrüche
Durch Digitalisierung und softwaregesteuerte Ansätze erwartet die Mehrheit der Befragten weltweit erhebliche Umbrüche in den kommenden zehn Jahren. 31% gehen fest davon aus, dass sich ihre Branche grundlegend verändert, und weitere 51% halten es für wahrscheinlich. Bei dieser Einschätzung gibt es wieder deutliche regionale Unterschiede: In Indien sind 44% der Befragten überzeugt, dass softwaregesteuerte Ansätze ihre Branche umgestalten, während in der DACH-Region der Anteil lediglich bei 17% liegt.














