
Beschäftigte in Berufen mit Fachkräftemangel kehren laut einer Untersuchung der Bertelsmann Stiftung häufiger ihrem Job den Rücken und wechseln in Bereiche mit weniger Personalengpässen. Wechsel in die andere Richtung sind dagegen seltener. Von 2022 bis 2023 verließen – u.a. wegen schlechter Arbeitsbedingungen und zu geringen Löhnen – etwa 191.000 Personen den Engpassbereich zugunsten von Jobs ohne Fachkräftemangel. Nur rund 167.000 kamen aus diesen Bereichen neu dazu. Unterm Strich fließt Personal ab – die Verbleibquote in Mangelberufen liegt 1,7 Prozentpunkte unter der in Jobs ohne Fachkräftemangel. Die Situation wird laut Studie noch dadurch verschärft, dass Menschen aus Engpassberufen häufig in für sie fremde Berufe wechseln. Mehr als ein Drittel ändert die berufliche Ausrichtung beim Wechsel komplett. 183 von 522 besonders relevanten Berufen hat die Bundesagentur für Arbeit 2023 als Engpassberufe eingestuft, rund 40 Prozent der Beschäftigten arbeiten derzeit in solchen Berufen mit messbarem Fachkräftemangel. Arbeitnehmer im Engpassbereich sind tendenziell jünger als Beschäftigte in anderen Berufen. Angesichts des demografischen Wandels könnten sie also in den betroffenen Berufen eine solide Fachkräftebasis bilden, wenn es gelingt, sie dort zu halten, so die Autoren.
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