
Zu einem geringen Teil werden Altgeräte, sofern sie nicht geschreddert werden, manuell demontiert, von Schadstoffen bereinigt, mechanisch zerkleinert und durch Sortierprozesse in verschiedene Fraktionen getrennt. Diese manuelle Demontage führt zu hohen Kosten und ist wenig effektiv. Nachhaltige Werterhaltungsstrategien im Sinne der Kreislaufwirtschaft fehlen bislang oft. Im Projekt Idear (Intelligente Demontage von Elektronik für Remanufacturing und Recycling) kombinieren Forschende am Fraunhofer IFF in Magdeburg Wissensmanagement, Mess- und Robotertechnik und künstliche Intelligenz zu einem intelligenten System für automatisierte und zerstörungsfreie Demontageprozesse, um ein zertifizierbares und geschlossenes Abfallmanagementsystem zu etablieren. Zunächst fokussieren sich die Forschenden auf die automatisierte Demontage von PCs, das Verfahren soll aber langfristig auf beliebige Geräte wie etwa Waschmaschinen erweiterbar sein.
Am Anfang der Prozesskette stehen Identifikation und Befundung. Dabei erfassen eine KI-basierte 3D-Kamera- und optische Sensorsysteme Label mit Angaben zu Hersteller, Produkttyp und -nummer, erkennen Typ und Lage von Bauteilen, überprüfen Geometrien und Oberfläche, bewerten den Zustand von Verbindungselementen wie Schrauben und Nieten und detektieren Anomalien. Alle Daten werden in einem digitalen Demontagezwilling festgehalten, der quasi eine Instanz des Produkts ist und auch darüber informiert, ob ein ähnliches Produkt schon einmal demontiert wurde.
Nun legt das Team in einer Software die Demontage-Sequenzen fest, die u.a. definieren, ob eine vollständige oder partielle, also nur auf die Rückgewinnung hochwertiger Komponenten gerichtete, Demontage stattfinden soll. Auf Basis dieser High-Level-Informationen beginnt ein Roboter mit dem Demontageprozess. Im nächsten Schritt wollen die Foschenden die einzelnen Demonstratoren miteinander verketten und so einen automatisierten Prozess darstellen.
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