Ob bei der Herstellung von Sensoren in der Elektrotechnik oder von Bauteilen für Stents und chirurgische Implantate in der Medizintechnik – Mikro-3D-Drucker erzeugen reproduzierbare, dreidimensionale Strukturen im Mikrometerbereich. An der Ruhr-Universität Bochum entsteht derzeit eine Anlage, die bisherige Mikro-3D-Drucker durch einen Diodenlaser weiterentwickelt. Um die Technologie heraum haben Dr. Nils Surkamp, Felix Behlau, Dr. Benedikt Hofmeister und Jasper Helle das Startup PicoShape gegründet. Für ihr Vorhaben erhält das Team eine mit rund 1,1Mio.€ dotierte Exist-Förderung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). „Momentan ist das Problem, dass herkömmliche Mikro-3D-Drucker mindestens eine halbe Million Euro kosten und ziemlich unflexibel sind“, sagt Jasper Helle. „Mit den innovativen Diodenlasern, die wir einsetzen, können wir unsere Mikro-3D-Druckanlage weiterentwickeln, den Funktionsumfang erweitern und zudem günstiger anbieten.“
Audimax in der Größe eines Staubkorns
PicoShape entwickelt einen Mikro-3D-Drucker, der mit 2-Photonen-Polymerisation (2PP) und Diodenlasern arbeitet. 2PP ist das 3D-Druckverfahren mit der höchsten Auflösung und ermöglicht Details von unter 100 Nanometern. Dadurch gelang es dem Team, den größten Hörsaal Deutschlands – das Audimax der Ruhr-Universität – in der Größe eines feinen Staubkorns nachzudrucken. Diodenlaser sind viel kleiner als herkömmliche Laser. Sie besitzen eine 1.000-fach kleinere Pulsspitzenleistung, wodurch sie einen rund 100-mal energieeffizienteren und auch schnelleren Mikro-3D-Druck ermöglichen, sagen die Gründer. Die Anlage ist zudem kleiner als übliche Mikro-3D-Drucker und lässt sich flexibel ansteuern. Dadurch seien erweiterte Funktionen auf kleinerem Bauraum möglich, so Felix Behlau. Einen Fokus will das Team nun auf den Prototypen legen. „Wir wollen wertvolles Feedback aus der Praxis gewinnen, um unsere Technologie gezielt weiterzuentwickeln“, sagt Jasper Helle. Kooperationen sollen im besten Fall Verkaufschancen ergeben und ein Druckservice soll den einfachen Zugang zur neuen Technologie ermöglichen. Auch die Sichtbarkeit des Startups will das Team durch öffentliche Auftritte ausbauen.
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