
Unter dem Namen Soofi arbeiten zukünftig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs deutschen Forschungseinrichtungen und zwei Startups zusammen, um souveräne europäische Alternativen zu KI-Technologien aus den USA und China bereitzustellen. Mit den entwickelten Modellen wollen die Beteiligten einen Beitrag zur industriellen Nutzung von KI leisten.
Wie die Organisationen in einer Pressemitteilung berichten, fehlt ein europäisches LLM von ausreichender Größe, das als Ausgangspunkt für branchenspezifische Spezialisierungen und ressourceneffiziente Derivate (beispielsweise durch Destillation) dienen kann. Auch sogenannte Reasoning-Modelle (LRMs), die durch strukturiertes Denken komplexe Aufgaben lösen können, seien bisher kaum aus europäischer Hand verfügbar. Zugleich setzen deutsche Unternehmen Anwendungen auf Basis von KI bereits vielfältig ein, allerdings meist auf Basis-Modellen, die nicht aus Europa stammen. Die Projektbeteiligten sehen die Gefahr einer ähnlichen Entwicklung wie bei den Cloud Services: Teile der Wertschöpfung werden ins Ausland abgegeben, deutsche Unternehmen werden zu reinen Anwendern von Kerntechnologien und es entsteht eine gefährliche Abhängigkeit von nicht-europäischen Diensten. In der industriellen Bildverarbeitung stellen PC-basierte Systeme oft eine technische Hürde dar. Die Trennung von Bildaufnahme und Datenverarbeitung führt häufig zu Latenzen, erhöhtem Platzbedarf und einem komplexen Wartungsaufwand. Besonders in schnellen Produktionslinien erschwert die Synchronisation zwischen Sensor und externem Rechner eine stabile Prozesskontrolle. ‣ weiterlesen
Präzise 2D-Inspektion mit nativer Edge-Intelligenz
Ziel von Soofi ist die Entwicklung eines 100Mrd. Parameter großen offenen KI-Sprachmodells, das der Wirtschaft und Gesellschaft frei zur Verfügung steht und den Anforderungen an Compliance (z.B. EU AI Act) und europäischen Wertvorstellungen entspricht. Auf Basis dieses Large Language Models (LLM) wird über spezielle Verfahren auch ein sogenanntes Reasoning-Modell erstellt, um die Qualität des Gesamtsystems zu erhöhen und den Ressourcenverbrauch zu optimieren. Daneben sollen über KI-Agententechnologien erste Anwendungsfälle umgesetzt werden.
Reasoning-Modelle gelten für die deutsche Industrie als bedeutsam, weil sie komplexe technische, regulatorische und organisatorische Zusammenhänge analysieren, logisch miteinander verknüpfen und auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen treffen können. Sie erweitern klassische LLMs um die Fähigkeit, Schlussfolgerungen zu ziehen und mehrstufige Probleme zu lösen. So entsteht ein neuer Grad an Automatisierung und Qualität in Entwicklung, Produktion und Wissensmanagement – weit über das hinaus, was herkömmliche Sprachmodelle leisten. Laut Pressemitteilung findet das Projekt in der Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom seine Heimat. Hier stellt die Telekom Tochter T-Systems die komplette souveräne KI-Recheninfrastruktur bereit, auf der das Modell trainiert wird. Die Ergebnisse stehen allen EU-Mitgliedstaaten sowie dem gesamten europäischen Unternehmensökosystem zur Verfügung.














