Signale interpretieren

Um die gesamte Lieferkette zu verstehen, müssen Milliarden von Informationen sowie komplexe Signale interpretiert werden. Dazu hat der Supply-Chain-Management-Plattformanbieter JDA den Luminate ControlTower entwickelt. Dieser basiert auf einer einheitlichen, kognitiven und vernetzten Plattform und ermöglicht eine Überwachung der Lieferungen in Echtzeit. Der ‚digitale Kontrollturm‘ hilft dabei, den Überblick zu behalten und Lieferkettenabläufe von Anfang bis Ende zu visualisieren. So ist die Supply Chain transparent und eine lückenlose Rückverfolgung möglich. Gerade wenn es darum geht, die Herkunft von Waren nachzuweisen oder menschenwürdige Produktionsbedingungen, ein nachhaltiges Endprodukt oder Warenechtheit zu garantieren, nimmt dieser Faktor immer mehr Bedeutung an. Auch für Gewährleistungsfragen ist es wichtig, den Weg der Einzelteile zurückverfolgen zu können. Darüber hinaus verbinden die KI-gesteuerten Kontrolltürme scheinbar unabhängige Signale miteinander. Auf dieser Basis können dann nicht nur Lieferkettenstörungen vorhergesagt, sondern auch intelligente Handlungsempfehlungen abgegeben und zukünftige Nachfrageänderungen berücksichtigt werden.

Die Kette im Blick

Zeichnet sich z.B. die Verspätung einer Schiffslieferung auf Grund des Wetters ab, wird dies für alle Beteiligten angezeigt. Die KI kann eingreifen und z.B. Produkte aus einem anderen Verteilerzentrum anfordern. Bei diesem Eingriff behält die KI weiterhin die komplette Supply Chain im Blick und verhindert so, dass an anderer Stelle Probleme auftreten. Kommt es zu größeren Eingriffen, ist eine Autorisierung des zuständigen Disponenten notwendig. Irgendwann soll die KI dann gänzlich autonom arbeiten. Mithilfe von Machine Learning erlernt der autonome Planungsassistent eigenständig Lösungsstrategien zu entwickeln, zu optimieren und umzusetzen.

Kultureller Wandel

Die Einführung von KI-Technologien in der Supply Chain sollte immer mit einem kulturellen Wandel im Unternehmen einhergehen. Gerade für Disponenten ist KI eine Chance, da kleinteilige, fehleranfällige Tätigkeiten wegfallen und somit Kapazitäten für komplexere Aufgaben frei werden. Es gilt also, Vorbehalte abzubauen und aufzuzeigen, wie KI bei der Arbeit unterstützen kann. Denn die KI-gestützte, autonome Supply Chain ist letztendlich ein großer Schritt in Richtung Industrie 4.0.

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