Die Supply Chain sauber halten

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In den vergangenen Jahren hat sich das Bild der Lieferkette stark verändert. Unternehmen werden vermehrt mit politischen und regulatorischen Zwängen konfrontiert und stehen außerdem vor einer neuen Herausforderung: Der Notwendigkeit, die Erwartungen der Kunden sowie Stakeholdern an ethische und nachhaltige Betriebsabläufe zu erfüllen.

Woher kommen die Produkte?

Die ‚Generation Y‘ und die Verbraucher der Jahrtausendwende interessieren sich dafür, woher ihre Produkte kommen und wie sie hergestellt wurden. Viele sind mittlerweile in ihren Dreißigern und im Berufsleben angekommen, haben ein gewisses finanzielles Level erreicht und sind bereit, für Produkte, die sowohl nach ethischen Gesichtspunkten produziert wurden als auch nachhaltig sind, mehr zu bezahlen. Einer Auswertung der Beratungsgesellschaft Accenture zu Folge, würde über die Hälfte von ihnen eine Marke boykottieren, die nicht ihre Werte oder Überzeugungen widerspiegelt. Demzufolge sind für Unternehmen ethische Standards in ihrer Produktion und ihren Lieferketten inklusive all ihrer verbundenen Handelspartner noch nie so wichtig wie heute. Gleichzeitig ist die Überwachung dieser Standards in der globalisierten Welt von heute zu einer enormen Herausforderung geworden. So müssen z.B. Hersteller und Verkäufer elektronischer Geräte bereits vor der Produktion prüfen, unter welchen Umständen seltene Erden abgebaut wurden, die in Mikrochips eingebaut werden. Dies ist für ein europäisches Unternehmen keine leichte Aufgabe, da diese Rohstoffe oft auf anderen Kontinenten gefördert werden.

Zweischneidiges Schwert

Die Globalisierung hat der Wirtschaft erst die Möglichkeit gegeben, Produkte und Dienstleistungen zu erschwinglichen Preisen in dem Maße anzubieten, wie wir sie heute kennen. Jedoch resultiert dies in komplexen und globalen Lieferketten, die es wiederum erschweren, den Überblick über die Einhaltung der ethischen Standards zu behalten. Die Vielzahl involvierter und globaler Handelspartner, die wesentliche Prozesse in der zunehmend ausgelagerten Lieferkette übernehmen, erleichtert das Auftreten unethischer Praktiken ohne das Wissen eines Unternehmens. Durch lange Transportwege und zahlreiche oft unbekannte Zwischenhändler bzw. Lieferanten, ist es am Ende einer Lieferkette oftmals kaum möglich, ihren Startpunkt zu ermitteln. Doch auch hier gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Im Falle unethischer Praktiken tritt diese in Form von möglichen Strafzahlungen, sich distanzierenden Konsumenten sowie Imageschäden auf, was zu erheblichen Umsatz- und Profiteinbußen führt.

Alle in der Verantwortung

Die Garantie zur Einhaltung ethischer Maßstäbe ist Verantwortung aller Beteiligten: Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Handelspartner. Unternehmen können sich nicht mehr nur auf die Kontrolle des letzten Glieds einer Lieferkette berufen, sondern müssen den Gesamtprozess im Blick behalten. Das aktive Monitoring und die Steuerung dieses Prozesses können sich dabei als großer Vorteil erweisen und als Differenzierungskriterien zum Wettbewerb dienen. Unternehmen, die ihren Kunden garantieren, ethische Maßstäbe gesamtheitlich einzuhalten, profitieren davon. Heutzutage nutzen bereits viele Unternehmen die Positionierung einer ethischen Supply Chain strategisch, um Geschäftsinitiativen voranzutreiben und die Kundenerwartung zu erfüllen, was zu langfristiger Markentreue führen kann.

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