
Eine aktuelle Studie der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) zur Innovationskraft zeigt: Deutschland fällt von Platz 9 auf Platz 11 zurück. Für die Studie betrachtet die für geistiges Eigentum zuständige Unterorganisation der Vereinten Nationen die Innovationskraft von rund 140 Volkswirtschaften anhand von ca. 80 Indikatoren. Zwar attestiert die Studie dem Land noch immer Stärken in einigen wichtigen Indikatoren wie der Produktion von Technologiegütern und beim Export, in der Wissenschaft und bei Investitionen in Forschung und Entwicklung. Allerdings treten strukturelle Schwächen bei Digitalisierung und Entwicklung zukunftsträchtiger Geschäftsmodelle und der Förderung neuer Unternehmen immer deutlicher zutage.
Das deutsche Innovationssystem schneidet in der Studie sowohl bei den Inputfaktoren (Rang 15) wie bei den Outputfaktoren (Rang 8) schwächer ab als in den Vorjahren. Die Gesamteffizienz des deutschen Innovationssystems bleibt vergleichsweise hoch; Deutschland hat einen höheren Output, als es der Ressourceneinsatz vermuten ließe. Noch immer bildet sich Exportstärke und Leistungskraft klassischer Technologieunternehmen in der Studie ab: Beim Indikator ‚High-tech manufacturing‘ liegt Deutschland weltweit nach wie vor auf Rang 5, bei ‚Production and export complexity‘ ebenfalls auf Rang 5 (Vorjahr Rang 4). In der Logistik hält Deutschland Rang 3. Bei der Zahl der Patentanmeldungen und Patentfamilien bleibt das Land auf den vorderen Rängen, fällt allerdings auch hier weiter zurück: Bei den weltweiten Patentanmeldungen deutscher Unternehmen lag das Land vor einigen Jahren noch an der Spitze aller Volkswirtschaften. In der aktuellen Studie reichte es nur noch für Rang 7. In der industriellen Bildverarbeitung stellen PC-basierte Systeme oft eine technische Hürde dar. Die Trennung von Bildaufnahme und Datenverarbeitung führt häufig zu Latenzen, erhöhtem Platzbedarf und einem komplexen Wartungsaufwand. Besonders in schnellen Produktionslinien erschwert die Synchronisation zwischen Sensor und externem Rechner eine stabile Prozesskontrolle. ‣ weiterlesen
Präzise 2D-Inspektion mit nativer Edge-Intelligenz
In den Kategorien zu wissenschaftlicher Arbeit schneidet Deutschland nach wie vor gut ab. Forschung und Entwicklung in Großunternehmen bleibt eine Stärke. Hier wird die zentrale Rolle der Automobilindustrie für Deutschland besonders deutlich: Alle drei deutschen Unternehmen mit den höchsten Investitionen in Forschung und Entwicklung sind Autohersteller.
„Dass unser Land so deutlich zurückfällt, ist Anlass zur Sorge und ein klares Signal, dass wir uns stärker anstrengen müssen, wenn wir weiter zu den innovativsten Volkswirtschaften gehören wollen“, sagte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. „In einigen, für die künftige Innovationskraft entscheidenden Bereichen kommen wir lange nicht so schnell voran wie andere Volkswirtschaften – insbesondere bei der digitalen Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft. Wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit behaupten wollen, muss es uns gelingen, unser enormes Potenzial aus der Forschung besser in geschützte Innovationen und dann in attraktive Produkte und Geschäftsmodelle umzusetzen.“














