
Flexibilität als Schlüsselfaktor für Resilienz
Die Pandemie hat die Arbeitsorganisation und das betriebliche Gesundheitsmanagement in Produktionsbetrieben auf die Probe gestellt. Gefragt waren flexible Reaktionen – mit Kurzarbeit, Schichtplanumstellungen, Änderungen in den Schichtübergaben. Dann später Möglichkeiten, die Arbeitskapazität runter- und in anderen Bereichen raufzufahren. Wenige Betriebe waren auf solche Schwankungen vorbereitet. Flexibilität in der Produktionskapazität könne einen großen Wettbewerbsvorteil bilden, so Herbers. Für mehr und mehr Produktionsbetriebe bedeute das nicht mehr nur ausreichende Maschinenkapazitäten, sondern vor allem eine richtig bemessene Personalkapazität. Wer diese Flexibilität weiterhin am Hochlohnstandort Deutschland unter Bedingungen von Inflation und hohen Lohnsteigerungen gewährleisten will, müsse Flexibilität und Resilienz systematisch verankern, bevor die nächste Herausforderung vor der Tür steht.
Engpasssituationen intelligent managen
Der Fachkräftemangel wird zu einem Problem von Produktionsbetrieben. Der Nachwuchs fehlt trotz Ausbildungsinitiativen. Systematisches Management von Engpasssituationen bdeutet, dass genauer als in der Vergangenheit Arbeitsaufkommen (Bedarf) und die Verfügbarkeit von Personalkapazität (Abdeckung) geplant werden müssen. Algorithmische Planungsansätze können den Planungsverantwortlichen hier viel Arbeit abnehmen, schreibt Herbers.
Stille Kapazitätsreserven heben und Teilzeit ermöglichen
Der Erhalt oder Ausbau der mengen- und qualifikationsbezogenen Personalkapazität ist nicht einfach, so der Inform-Geschäftsführer. Mittelfristmaßnahmen umfassen etwa Ausbildungsprogramme, um die Nachfolge für qualifiziertes Personal proaktiv zu regeln, idealerweise auch, um kleine Reserven gegen krankheitsbedingte Ausfälle oder Personalabgänge vorzuhalten. Dort, wo die mengenmäßige Personalkapazität zum Problem wird, muss auch darüber gesprochen werden, wie sich stille Reserven aktivieren lassen, etwa indem erfahrene Mitarbeiter über den Ruhestand hinaus beschäftigt werden. Darüber hinaus sei erstaunlich, wie wenige Produktionsbetriebe das Thema Teilzeit systematisch erschlossen hätten. Für die allermeisten Betriebe sei Teilzeitarbeit immer noch ein notwendiges Übel, um Mitarbeitende zu halten, die nicht Vollzeit arbeiten wollen. Wer die stille Arbeitsmarktreserve derer, die nicht Vollzeit arbeiten können, heben wolle, müsse die Arbeitszeitwünsche und -einschränkungen dieser Mitarbeitenden in der Planung berücksichtigen und verschränken.















