Ein konkretes Beispiel für den Erfolg des Venture Client Modells ist die Zusammenarbeit zwischen Wago und dem Startup Nyris. Wagosuchte nach einer Möglichkeit, um Produkte mittels Bilderkennung zu identifizieren, da bei kleinen Artikeln QR- oder Barcodes oft verblassen und unleserlich werden. In einem Pilotprojekt mit Nyris wurde die Bilderkennungssoftware erfolgreich getestet und anschließend in die Wago-App integriert. Heute ermöglicht die App die zuverlässige Identifizierung von mehr als 30.000 Artikeln.

Beide profitieren

Das Venture Client Modell bietet eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Unternehmen profitieren von den geringen Kosten und dem überschaubaren Zeitrahmen der Pilotprojekte. Der größte Effekt besteht darin, dass Unternehmen viele verschiedene Startup-Lösungen testen können, um danach eine Entscheidung über eine zukünftige Kooperationen wie den Einkauf der Startup-Entwicklung oder eine Beteiligung an den Startup zu treffen. Darüber hinaus lässt sich das Modell leicht skalieren, da es sich auf verschiedene Unternehmensbereiche und Branchen anwenden lässt.

Startups profitieren davon, dass sie ihre Entwicklungen in einem realen Unternehmensumfeld validieren und weiterentwickeln können. Da sie als Lieferant auftreten und keine Anteile abgeben müssen, erhalten sie wertvolle Referenzen und Einnahmen, die ihre Entwicklung finanzieren. Der direkte Zugang zu Fachwissen und Marktkenntnissen der Unternehmen bietet ihnen zusätzliche Möglichkeiten.

Die Stolpersteine

Das Venture Client Modell bietet Unternehmen zwar die Möglichkeit, effizient Innovationen zu integrieren, aber auch hier treten Herausforderungen auf, die bewältigt werden müssen. Kulturelle Unterschiede zwischen Startup und Unternehmen können beispielsweise die Zusammenarbeit erschweren.

Zudem ist der Aufbau eines internen Netzwerks entscheidend, um relevante Ansprechpartner zu identifizieren und die Integration von Startups zu fördern. Hinzu kommt die Herausforderung, geeignete Bewertungskriterien zu finden und Startup-Entwicklungen nachhaltig in die Unternehmensstrukturen zu integrieren. Diese beispielhaft genannten Herausforderungen verdeutlichen, dass beim Venture Client Modell Forschungsbedarf besteht.

Im Forschungsprojekt inno.venture werden zusammen mit den Unternehmen Miele und Wago Lösungen für solche Hürden erarbeitet, die direkt durch die Anwendung in den Unternehmen validiert werden.

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