
In deutschen Industriebetrieben werden derzeit am häufigsten Personalgespräche im jährlichen Abstand geführt (25 Prozent). Damit liegt die Branche sechs Prozentpunkte über dem deutschen Durchschnitt. Das ergab eine aktuelle Studie des HR-Softwareanbieters Cegid in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio. An zweiter Stelle rangiert in Produktion und Fertigung ein Gesprächsintervall von weniger als ein Mal im Jahr (17 Prozent). Jeder zehnte Beschäftigte in der Branche gibt sogar an, nie Feedbackgespräche mit seinen Vorgesetzten führen zu können (10 Prozent). Bereits eine Studie aus dem Jahr 2020 kam zum Ergebnis, dass sich deutsche Arbeitnehmer überwiegend ein halbjährliches Feedback anstelle von Jahresgesprächen wünschen. Demnach empfinden Beschäftigte die Beurteilung ihrer Leistung als umso fairer, je häufiger Feedbackgespräche mit den Vorgesetzten geführt werden. Laut Studie hätten Mitarbeiter dann das Gefühl, ihre Führungskraft setze sich für die Zielsetzungen der Belegschaft ein.
Engagement oft nicht ausreichend
In deutschen Industrieunternehmen sagt ein Viertel der befragten Arbeitnehmer, ihre Führungskraft unterstütze sie in ihren Plänen und fachlichen Weiterentwicklungen (25 Prozent). Für ein Drittel ist das Engagement eher nicht bis gar nicht ausreichend (33 Prozent). Dagegen haben Führungskräfte mehrheitlich das Gefühl, im viel engeren Austausch mit ihren Angestellten zu stehen als noch vor der Pandemie (76 Prozent). Unfair von ihren Vorgesetzten bewertet fühlen sich nur 15 Prozent der Beschäftigten. „Das zeigt, dass die Nachbereitung der Personalgespräche in Fertigung und Produktion einen höheren Stellenwert gewinnen muss“, stellt Lars Börgeling (Bild), Regional Director Customer Operations DACH bei Cegid, fest.
Offene Kommunikationskultur
Die Wichtigkeit eines regelmäßigen Austauschs zeigt sich laut Studienergebnis auch im Wunsch nach einer offenen und ehrlichen Kommunikationskultur in den Betrieben. Für Mitarbeiter in der Industrie zählt Transparenz mit 20 Prozent nach der Sicherstellung einer kontinuierlichen Lohnauszahlung (36 Prozent) und der Möglichkeit zur flexiblen Zeitgestaltung (32 Prozent) zu den Top-Arbeitgebermaßnahmen, die Angestellte im Kontext der Corona-Pandemie besonders positiv bewerten. Eine transparente Kommunikationskultur wird damit genauso stark wertgeschätzt wie die Ausweitung des Homeoffice-Angebots. mst/Cegid















