
Die rasante Verbreitung generativer Künstlicher Intelligenz hat vielfältige Diskussionen über die tiefgreifenden Veränderungen in zahlreichen Industriezweigen ausgelöst. Laut VDI steht besonders der Ingenieurberuf vor einem Wandel: Ingenieurinnen und Ingenieure, deren Arbeit traditionell durch präzise manuelle Entwürfe, detaillierte Berechnungen und analytisches Denken geprägt ist, sehen sich nun mit Technologien konfrontiert, die wesentliche Teile ihrer Arbeit automatisieren können.
Um ein besseres Verständnis für die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf den Ingenieurberuf zu gewinnen, hat die VDI/VDE-Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) eine Studie initiiert. Darin erwarten 24% Prozent der befragten Ingenieure und Ingenieurinnen eine signifikante Änderung durch KI in ihrem Joballtag. Prof. Dr. Alexander Fay, Vorstandsmitglied der GMA und Professor an der Ruhr-Universität Bochum, erklärt: „Generative KI zeigt ihr Potenzial im Ingenieurwesen in unterschiedlichen Aufgabenfeldern. Von der automatisierten Textgenerierung über die Optimierung technischer Designs bis hin zur Unterstützung bei der Softwareentwicklung bietet sie Werkzeuge, die Effizienz und Präzision in den Arbeitsprozessen steigern können. Diese Entwicklungen markieren nur den Beginn einer tiefgreifenden Transformation“.
VDI sieht Handlungsbedarf
Der VDI empfiehlt eine gezielte und verantwortungsvolle Integration generativer KI in die tägliche Ingenieurpraxis und fordert klare Regeln, Qualitätsstandards und eine bewusste Rollenverteilung. KI soll unterstützen, nicht ersetzen, betont der Verband.
KI-Kompetenz wird Schlüsselqualifikation
Der VDI fordert darüber hinaus, dass der Umgang mit generativer KI fester Bestandteil der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung werden muss. Auch in der Weiterbildung seien neue Angebote gefragt. Die Studie betont zudem Regulierung und Absicherung als Voraussetzung für den verantwortungsvollen KI-Einsatz. Dazu GMA-Vorsitzende Christine Maul: „Generative KI darf nicht zum Risiko für Innovationen und Geschäftsgeheimnisse werden. Der VDI rät dringend davon ab, sensible technische Daten über offene Plattformen zu verarbeiten.“ Stattdessen brauche es geschützte, unternehmensinterne KI-Lösungen mit klaren Vorgaben für Datenschutz. www.vdi.de















