Auch Branchen- und Produktmerkmale spielen eine Rolle. Betriebe mit komplexeren Produkten verfügen häufiger über breitere Weiterbildungsangebote. Eine vergleichbar systematische organisatorische Einbindung der Beschäftigten ist jedoch nicht überall zu beobachten. Daraus leiten die Studienverantwortlichen ein zentrales Handlungsfeld ab: Betriebe sollten Qualifizierung, Beteiligung und technologische Gestaltung stärker gemeinsam denken.

Menschenzentrierung als wirtschaftlicher Leistungsfaktor

Für die Autoren der Studie legen die Ergebnisse nahe, dass menschzentrierte Wertschöpfung nicht allein als sozialer oder arbeitsorganisatorischer Ansatz zu verstehen ist. Vielmehr könne sie – ähnlich wie technologieorientierte Modernisierungsstrategien – zur nachhaltigen Leistungsfähigkeit von Unternehmen beitragen. Voraussetzung sei, dass Weiterbildung nicht punktuell erfolge, sondern strategisch ausgerichtet und mit klaren Beteiligungsstrukturen, erweiterten Handlungsspielräumen sowie einer menschengerechten Gestaltung der Mensch-Technik-Interaktion verbunden werde.

„Die Studie zeigt, dass menschzentrierte Wertschöpfung weit mehr ist als ein normatives Leitbild. Sie kann Innovationsfähigkeit und Produktivität stärken – insbesondere dann, wenn Unternehmen Kompetenzentwicklung und organisatorische Beteiligung konsequent miteinander verbinden“, so Horvat.

Hinweis: Die Untersuchung basiert auf den Erhebungen zur Modernisierung der Produktion 2022. Seit inzwischen drei Jahrzehnten führt das Fraunhofer ISI regelmäßig die Erhebungen zur Modernisierung der Produktion durch. Sie erfasst alle drei Jahre eine repräsentative Stichprobe in der Größenordnung von ca. 1.300 Betrieben des gesamten Verarbeitenden Gewerbes. Mit ihrer umfassenden und faktenbasierten Konzeption erlaubt die Umfrage detaillierte Analysen zur Modernität und Leistungskraft der Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes.

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