Ein Problem mit Geschwindigkeit hat vor allem der Maschinenbau und dies am ausgeprägtesten in punkto Entwicklung. „Rund 20 Prozent schneller wollen die Unternehmen im gesamten Innovationszyklus werden“, erklärt Industrieexperte Ralf Sauter von Horváth. Dazu gilt es, das Spannungsfeld aus Qualitätsanspruch und Marktreife adäquat zu lösen. „Eine schnellere Produktion, die Qualitätseinbußen zur Folge hat, kann nicht die Lösung sein“, so Sauter. „Das Unternehmen muss Standards international gewährleisten – mit dem nötigen Fingerspitzengefühl in Bezug auf regionale Arbeitskulturen.“

Organisatorischer Umbruch steht bevor

Während die Wertschöpfungskette bereits umstrukturiert und dezentralisiert ist, sind es die Organisationsstrukturen der Horváth-Studie zufolge häufig noch nicht – oder nicht konsequent genug. „Kosten reduzieren reicht nicht, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die Unternehmen müssen Strukturen entwickeln, die den Regionen ein autonomeres Agieren ermöglicht. ,Decentral Empowerment‘ ist hier das Stichwort“, so Horváth-Experte Sauter. In international verzweigten Produktions- und Vertriebsstrukturen gelte es, die Zusammenarbeit dezentraler, agiler und kollaborativer zu gestalten, weniger hierarchisch und vom Headquarter gesteuert. „Die Daten- und IT-Infrastruktur dafür ist vorhanden – jetzt gilt es, den Kulturwandel in passenden Strukturen abzubilden.“

Immerhin: Die Neuordnung von Organisationsstrukturen wird von drei Viertel der produzierenden Unternehmen als relevantes Managementthema betrachtet – die Priorität ist im Vergleich zu 2023 um zwei Plätze im Ranking gestiegen.

Über die Studie

Für die 5. jährliche Horváth-Studie „CxO Priorities“ wurden über 770 Vorstände und Geschäftsführungsmitglieder großer Unternehmen mit mehrheitlich mindestens 1.000 Mitarbeitenden und 1 Milliarde Euro Jahresumsatz befragt, darunter mehr als 440 produzierende Unternehmen. Die Hälfte der untersuchten Industrieunternehmen hat ihren Hauptstandort in Deutschland.

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