
Mehr als 800 Mio. Arbeitsplätze weltweit – etwa ein Viertel der heutigen Erwerbsbevölkerung – sind durch die Auswirkungen des Klimawandels und der wirtschaftlichen Transformation zu Netto-Null-Emissionen betroffen. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hervor. Diese zeigt auf, wie eine aktive Transformationspolitik den Weg für eine emissionsarme Wirtschaft mit mehr Arbeitsplätzen sowie neuen Tätigkeiten und Kompetenzen bereiten kann, während gleichzeitig die Folgen des Klimawandels abgemildert werden. „Durch eine aktive Gestaltung der Transformation könnte die Dekarbonisierung bis 2050 mehr als 300 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze hervorbringen“, betont Prof. Dr. Bernhard Lorentz, globaler Leiter für Sustainability & Climate Strategy bei Deloitte.
Job Vulnerability Index
Die Untersuchung des Deloitte Economics Institute baut auf der letztjährigen Turning-Point-Studienreihe auf. Die ‚Work toward net zero‘-Studie zeigt nun, wie Dekarbonisierung und Klimawandel Branchen und Beschäftigung weltweit sowie regional beeinflussen könnten. Mithilfe eines ‚Job Vulnerability Index‘ werden die am meisten betroffenen Arbeitsplätze und Regionen ermittelt.
Besonders betroffene Berufe
Die Bereiche Landwirtschaft, Energie & Bergbau, Schwerindustrie & Verarbeitendes Gewerbe, Transport sowie Bauwesen sind dem Index zufolge vulnerabel. Lorentz erklärt: „Ein Teil dieser Branchen steht aufgrund der hohen Emissionsintensität vor einer tiefgreifenden Disruption. Andere Industrien wie die Agrarwirtschaft sind besonders anfällig für Schäden durch Klimaextreme wie Überschwemmungen, Hitze oder starke Unwetter. Beides hat entsprechende Auswirkungen auf die Jobs.“ Diese werden den asiatisch-pazifischen Raum und Afrika besonders treffen, da hier (z.B. in Indien und China) über 40 Prozent der Arbeitskräfte in vulnerablen Branchen beschäftigt sind.
Vorteile durch schnellen Übergang
Lorentz dazu: „Unsere Zahlen zeigen, dass ein schnellerer, geplanter Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft zahlreiche Vorteile bringen würde: weltweit gerechtere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, mehr Arbeitsplatzsicherheit und eine höhere persönliche Job-Identifikation“. Darüber hinaus habe man damit die Chance auf Millionen zusätzliche Arbeitsplätze bis Mitte des Jahrhunderts, so Lorentz – davon 21 Millionen in Europa, 180 Millionen in Asien-Pazifik, 75 Millionen in Afrika und 26 Millionen in Amerika.















