
Jungen Menschen fehlt das tiefe Wissen über MINT-Disziplinen, -Ausbildungsberufe und -Studiengänge. Wenn sie wüssten, dass Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik einen erheblichen Anteil daran haben, neue Use Cases für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu entwickeln, dann wären sie stärker daran interessiert. Schließlich stehen die Generationen Z und Alpha – also ab 2010 Geborene – vor großen Zukunftsaufgaben, zu denen der Klimawandel, die digitale Transformation oder auch der Mobilitätswandel gehören.
Mehr denn je steht infrage, wie die Welt aussehen wird, in der wir künftig leben werden. Vor diesem Hintergrund nehmen Sinnhaftigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten im Leben der jungen Menschen einen sehr hohen Stellenwert ein. Diese intrinsische Motivation, ‚Gutes‘ zu tun und die eigene Lebenswirklichkeit zum Besseren zu verändern, ist ein guter Anknüpfungspunkt, um Jugendliche nachhaltig für MINT zu gewinnen. Ob dies gelingt, hängt entscheidend davon ab, wie die Kommunikation und Ansprache rund um das Thema Berufswahl für die verschiedenen Generationen gestaltet wird. Als Digital Natives gehört der Umgang mit Gadgets, Gaming oder Social Media zu ihrem Alltag. Darüber hinaus haben auch diese Generationen ihre eigene Sprache und Trends. Deshalb sollten Unternehmen ihre MINT-Kommunikation und -Bildungsinitiativen sinnstiftend anlegen, an die Gewohnheiten und den Alltag junger Menschen anlehnen, und sie erlebnisreich und auf Augenhöhe gestalten.

Live-Experience
als zentrales Element
Wirksame MINT-Initiativen setzen deshalb schon heute auf persönliche Erlebnisse und Hands-on-Angebote, die in unserem Gehirn tiefer verankert werden als theoretisches Wissen oder rein digitale Botschaften. Darüber hinaus sind wir Menschen soziale Wesen. Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse schaffen positive Erinnerungen. Deshalb eignen sich Mitmach-Angebote direkt an der Schule, Workshops und hybride Bildungsformate in besonderem Maße für MINT-Initiativen, um Schülerinnen und Schüler an diese Themen heranzuführen. Daneben sind weiterhin auch klassische Anlässe wie Tage der offenen Tür, Ausbildungsmessen oder der Besuch von spezifischen Ausstellungen und Museen eine Option. Damit der Live-Kontakt zu einem Erlebnis wird, können Industrieunternehmen beispielsweise Realexponate zum Anfassen und Ausprobieren einsetzen. Denn durch die Interaktion entfalten sie ihre maximale Wirkung, wecken Interesse, sorgen für Aufmerksamkeit und persönliche Erfahrungen. Dabei kann es sich um die Digitalisierung von Objekten mit einem 3D-Scanner oder um das Testen von Bauteilen und Werkstoffen mit einem Digitalmikroskop handeln. Oder aber Schüler erleben den Beruf des Mechatronikers, indem sie selbst einen echten Industrieroboter programmieren dürfen. In der industriellen Bildverarbeitung stellen PC-basierte Systeme oft eine technische Hürde dar. Die Trennung von Bildaufnahme und Datenverarbeitung führt häufig zu Latenzen, erhöhtem Platzbedarf und einem komplexen Wartungsaufwand. Besonders in schnellen Produktionslinien erschwert die Synchronisation zwischen Sensor und externem Rechner eine stabile Prozesskontrolle. ‣ weiterlesen
Präzise 2D-Inspektion mit nativer Edge-Intelligenz
Darüber hinaus laden Augmented-Reality- und Virtual-Reality-Animationen, 3D-Ansichten und Videos MINT-Inhalte emotional auf und vermitteln spielerisch und unterhaltsam Wissen. So können Schüler beispielsweise Aufgaben in der Logistik über eine VR-Brille kennenlernen. Denkbar ist, dass sie mit Hilfe dieser Technologie und anhand einer simulierten Miniaturproduktionsstraße die vernetzte Industrie-4.0-Produktion entdecken. Dabei erleben sie etwa, wie ein personalisierter Sneaker über vollautomatisierte Logistik- und Produktionsabläufe hergestellt wird und welche MINT-Disziplinen dabei involviert sind.
Storytelling ist bei der
Kommunikation unverzichtbar
Die Live-Experience bedarf noch eines weiteren Bausteins: kreatives Storytelling. Denn gut inszeniertes Storytelling erzeugt Relevanz für MINT-Disziplinen und -Berufe und zeigt sinnstiftende Zusammenhänge auf. Dabei weckt diese Art der Kommunikation Emotionen, knüpft an Vertrautem und Alltagssituationen an, macht neugierig, sorgt für Aha-Erlebnisse und stiftet Wissen. Zusammen mit dem Erlebnis kann kreatives Storytelling Jugendliche dazu aktivieren, sich nachhaltig mit MINT auseinanderzusetzen, die Einstellung gegenüber Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu ändern und die Gestaltungsmöglichkeiten in diesen Berufsbildern zu erkennen.
Ein Beispiel: Viele Schülerinnen und Schüler engagieren sich für mehr Nachhaltigkeit. Wenn sie nun bei einem Live-Event die Möglichkeit erhalten, einen digitalen Zwilling einer modernen Fabrik zu programmieren, können sie selbst ausprobieren, mit welchen Maßnahmen die Produktion bereits heute ressourcen- und klimaschonender gestaltet werden kann – aber auch, wo es noch Handlungsbedarf gibt.
Vorbilder für die Kommunikation
auf Augenhöhe














