Abstand, Lüften und Monitoring

Industry worker wearing glass ear phone and safety uniform used Vernier caliper to measure the object control operating machine working in factory wearing safety mask to protect for pollution
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Die Corona-Pandemie hält weiter an und mit Blick auf die bevorstehende Herbst- und Winter-Saison ist es für Unternehmen ratsam, einem Hygienekonzept zu folgen, um die Verbreitung von Viren bestmöglich zu verhindern. Einige Firmen tun sich jedoch genau damit schwer – einerseits, weil es nach wie vor eine neuartige Herausforderung ist, andererseits, weil es keine festen Richtlinien gibt und etwa Abstands- oder Hygienevorschriften von Branche zu Branche differieren.

Kontakt lässt sich oft nicht vermeiden

Auch im produzierenden Gewerbe gibt es einige Spezifika zu beachten. So lässt es sich z.B. mitunter nicht vermeiden, dass Menschen auf engem Raum zusammenarbeiten müssen. Dies ist vor allem in der industriellen Produktion mit hohem manuellen Fertigungsgrad der Fall, denn dort gibt es gemeinsame Fertigungsplätze. Auch Werkzeuge und Maschinen werden in der Regel von allen Mitarbeitern genutzt. Aber auch in Lagerbereichen oder Transportsystemen, Gemeinschafts- und Sanitärräumen, Großraumbüros oder Meetingräumen kommen sich Kollegen nahe. In diesen Bereichen potenzieren sich die Risiken einer Kontamination von Flächen, einer Übertragung von Viren durch Hautkontakt oder Aerosole oder einer möglichen Infektion. Es gilt, sinnige Abstands- und Hygienevorschriften vorzugeben. Doch damit noch nicht genug: Die meisten Produktionsbetriebe arbeiten mit einer Vielzahl an Partnern und Lieferanten zusammen. Wie kann man sich als Unternehmen am Ende der Lieferkette also sicher sein, dass alle anderen Betriebe tragfähige Hygienekonzepte aufweisen und diese auch einhalten?

Das Gebot der Stunde

Die Einhaltung von Hygienekonzepten ist für alle Unternehmen aktuell das Gebot der Stunde. Sollte tatsächlich eine Infektion auftreten und damit einhergehend eine Erkrankung mehrerer Mitarbeiter, kann das auch spürbare wirtschaftliche Konsequenzen zur Folge haben: Personalausfall gefährdet die Aufrechterhaltung der regulären Produktion. Fehlt an Schlüsselstellen qualifiziertes, eingearbeitetes Personal, können Produkte und Services nicht mehr oder nur noch unzureichend angeboten werden. Eine Beeinträchtigung oder gar Unterbrechung der Lieferkette droht. Im schlimmsten Fall können Vertragsstrafen drohen. Kann dem Unternehmen darüber hinaus nachgewiesen werden, grob fahrlässig gehandelt zu haben, indem es seiner Sorgfaltspflicht im Rahmen des Mitarbeiter- und Verbraucherschutzes nicht nachgekommen ist, können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Hinzu kommt eine negative öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens sowie unter Umständen negative Presse-Berichterstattung, die zu einem Imageverlust führen.

Abstand und Lüften

Welche Maßnahmen haben sich in den ersten Monaten der Pandemie bereits als wirksam erwiesen? Selbstverständlich sollte, wo immer es möglich ist, darauf geachtet werden, dass der Mindestabstand von 1,5 bis 2m eingehalten werden kann, alle Arbeits- und Aufenthaltsräume bestmöglich durchlüftet werden und hohe Temperaturen bzw. eine hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden. Dafür ist es ratsam, die Raumluft zu analysieren und turnusmäßig zu prüfen. Auch Arbeitskleidung und Betriebsmittel sollten möglicherweise noch häufiger als bisher gereinigt werden. In öffentlichen Bereichen eines Unternehmens mit hohem Personalaufkommen – sogenannten high touch areas – sollten präventive Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen wie z.B. eine regelmäßige Oberflächenreinigung eingeführt werden. Dazu gehören Empfangsbereiche, Kantinen oder Mensen, Großraumbüros und Konferenz- oder Veranstaltungsräume. Es kann mitunter erforderlich sein, eine Wegführung durch Markierungen am Boden oder mithilfe von Abgrenzungsständern vorzunehmen. Wenn möglich, ist es auch sinnvoll, Ein- und Ausgang zu trennen, um eine einheitliche Wegrichtung einhalten zu können. Entscheidend ist es außerdem, die Mitarbeiter hinsichtlich arbeitsplatzbezogener und persönlicher Hygiene- sowie Schutzmaßnahmen zu schulen. Unternehmen können dies mittels e-Learning- und Online-Mitarbeiter-Zertifizierungsprogrammen von unabhängigen Anbietern bewerkstelligen. Unternehmens- und bereichsspezifische Lösungen können etwa von Covid-19-bezogenen Programmen über Module zur richtigen Verwendung von Gesichtsmasken, Handschuhen und Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bis hin zu Kursen mit Fokus auf Lebensmittelsicherheit, Hygiene, Desinfektion/Reinigung und Verhinderung der Infektionsausbreitung reichen.

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