Wo stehen KMU bei nachhaltiger Digitalisierung?

Nicht zuletzt durch den europäischen Green Deal und die flankierenden Aktivitäten der Nationalstaaten steigt die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit. Obwohl dies auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) gegeben ist, scheitert derzeit noch oft die konkrete Umsetzung. das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards hat Vertreter von KMU befragt, wie es um ihre Aktivitäten bestellt ist, mit digitalen Technologien nachhaltiger zu werden und die Kernaussagen daraus zusammengefasst.

1. KMU stellen sich den Herausforderungen der Digitalisierung

Mit der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen tut sich der Mittelstand nach wie vor schwer. Als im Vergleich zu größeren Unternehmen markanteste Herausforderung hat sich in den Befragungen ein Ressourcenengpass in KMU herausgestellt: An vielen Stellen, insbesondere im digitalen Bereich, fehle es an Fachkräften, und einige wenige Mitarbeitende müssten mehrere Rollen erfüllen, so die Unternehmensvertreter. Meist habe das Tagesgeschäft Vorrang vor digitalen Innovations- oder gar Nachhaltigkeitsvorhaben.

2. Nachhaltigkeit & Digitalisierung werden selten zusammen gedacht

Während ökologische Nachhaltigkeit ein moralisches Konzept darstellt, ist die Digitalisierung andererseits ist als Werkzeug zu verstehen, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Wenn Nachhaltigkeit aber kein Ziel darstellt, dann wird auch wenig oder nur zufällig nachhaltig digitalisiert. Viele der Befragten unterstrichen, dass die Digitalisierung nicht um der Digitalisierung willen gemacht werden dürfe. Dies habe einerseits mit den obengenannten Ressourcenengpässen, als auch mit der fehlenden digitalen Affinität zu tun. Gleichwohl gaben viele Befragte Anwendungsfälle für digitale Tools oder eStandards an, die der Nachhaltigkeit dienlich sind.

3. Kreislaufwirtschaft bahnt sich noch den Weg in den Mittelstand

Der Grundgedanke der Kreislaufwirtschaft, also ein Schließen des Materialflusses über das Produktlebensende hinaus, scheint noch zu weit weg entfernt vom Kern der meisten KMU zu sein. Nur wenige Unternehmen haben das Konzept in ihr Geschäftsmodell integriert. Hoffnung gibt es laut Studie im Logistikbereich: Dort scheinen Mehrweg-Behälter zunehmend Einzug in die Logistik der Unternehmen zu finden.

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