
Die im DAX gelisteten Unternehmen berichten immer häufiger und umfangreicher über ihre Digitalisierungsmaßnahmen. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Managementberatung KPMG in Kooperation mit Prof. Dr. Dirk Stein (FOM Hochschule) und Prof. Dr. Tobias Kollmann (Universität Duisburg-Essen), für die die Geschäftsberichte des Jahres 2021 inklusive der nichtfinanziellen Berichterstattung ausgewertet wurden. Allerdings hätten viele Unternehmen noch Defizite in der Umsetzung von Digitalisierungsstrategien und der Verankerung der Verantwortung sowie beim Knowhow im Unternehmen, so ein weiteres Ergebnis. Die Themenfelder in den Berichten sind Kostensenkung, Mitarbeitende und Qualifikation, Kunden, Wachstum und Zukunftstechnologien. Auch Kennzahlen zur Digitalisierung werden aufgeführt, doch werden diese unterschiedlich berichtet, was unternehmensübergreifende Vergleiche erschwert. Hinzu kommt, dass nur die wenigsten Konzerne einen Digitalvorstand (CDO) haben, so die Studienautoren.

Digitalisierung auf Vorstandsebene
In drei von vier DAX-Unternehmen (72 Prozent) sind Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz fest auf Vorstandsebene verankert. Wo dies der Fall ist, geht diese Institutionalisierung in der Regel mit einer Verknüpfung mit anderen Funktionsaufgaben einher (z.B. bezogen auf CEOs oder CTOs). Ein eigenständiger Digitalvorstand, ein Chief Digital Officer, der Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz auf Vorstandsebene als eigenes Ressort verkörpert, ist in fünf Unternehmen anzutreffen – bei E.ON, HeidelbergCement, Infineon, Qiagen und Vonovia.

Arbeitgeberseite mit Nachholbedarf
Was die Arbeitgeberseite des Aufsichtsrats betrifft, sei bei 80 Prozent der DAX-Unternehmen zumindest ansatzweise Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz festzustellen, so die Studienautoren. Auf der Arbeitnehmerseite konnte in den Aufsichtsgremien lediglich bei 25 Prozent der Unternehmen eine Digitalkompetenz bei den Mitgliedern beobachtet werden.

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Digital Responsibility: kaum Konkretes
Bezüglich einer etwaigen Corporate Digital Responsibility wird keines der 40 Unternehmen in seinem Bericht konkret, teilen die Autoren mit. Das erstaune insofern, als dass die Unternehmen in Zukunft immer stärker gefordert sein dürften, auch bezüglich ihres Umgangs mit Daten im Zusammenhang mit ihren Geschäftsmodellen und -prozessen Rechenschaft abzulegen. mst/KPMG















