Bei der Frage nach dem größten Risiko von KI gibt es keinen Unterschied zwischen KI-Nutzern und die Gesamtwirtschaft. Beide nennen Verstöße gegen Datenschutzvorgaben am häufigsten (80 Prozent KI-Nutzer, 70 Prozent Gesamtwirtschaft). Bei den weiteren Risiken gibt es aber deutliche Unterschiede. So stehen für KI-Nutzer Fehler bei der Programmierung (70 Prozent, Gesamtwirtschaft 57 Prozent) und Haftungsverpflichtungen bei Schäden (69 Prozent, Gesamtwirtschaft 47 Prozent) weit oben. In der Gesamtwirtschaft machen die Unternehmen sich nach Datenschutzverstößen am meisten Sorgen über neue IT-Sicherheitsrisiken (69 Prozent, KI-Nutzer 58 Prozent) und Anwendungsfehler bei der KI-Nutzung (67 Prozent, KI-Nutzer 34 Prozent) . „Es kann sich lohnen, bei KI den Vorreitern zu folgen und von ihren Erfahrungen zu profitieren. Wir sollten deshalb den Austausch der Unternehmen untereinander stark fördern“, so Wintergerst.

Unternehmen wünschen sich praxistaugliche Regulierung

Von der Politik wünschen sich die Unternehmen Regulierung – aber mit Augenmaß. So sind fast drei Viertel (73 Prozent) der Meinung, dass klare KI-Regeln europäischen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Zugleich sind rund zwei Drittel (68 Prozent) zurückhaltend beim KI-Einsatz, weil sie Sorge haben, gegen Vorschriften zu verstoßen. Und rund die Hälfte aller Unternehmen (48 Prozent) beklagt, dass übertriebene Regulierung der Grund dafür ist, dass Produkte wie ChatGPT nicht in der EU entwickelt werden. „Die Unternehmen wollen kein Wild West bei KI, sondern eine einfache, verständliche und vor allem praxistaugliche Regulierung“, so Wintergerst. „Auf EU-Ebene wird derzeit am AI Act gearbeitet. Aus dem AI Act darf kein Technologie-Killer werden, der zu ähnlich massiven Rechtsunsicherheiten und einem Flickenteppich unterschiedlicher Auslegungen führt, wie dies bei der Datenschutz-Grundverordnung der Fall ist.“ Auf Bundesebene sei außerdem wichtig, dass der angekündigte KI-Aktionsplan aus dem Bundesforschungsministerium mit den übrigen Regierungsvorhaben eng verzahnt wird. Wintergerst: „Eine entscheidende Bedeutung kommt der neuen Datenstrategie der Bundesregierung zu. Die Datenstrategie muss den dringend notwendigen Paradigmenwechsel beim Umgang mit Daten einleiten, damit wir das Potenzial von Daten für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen, aber auch für den Einsatz neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz wirklich nutzen können.“

Bitkom lädt zum Big-Data.AI-Summit

Wie KI schon heute unsere Arbeitswelt und unseren Alltag prägt und welche Potenziale KI hat, ist auch Thema beim Big-Data.AI-Summit des Bitkom am 20. und 21. September in Berlin. Auf Europas führender Konferenz zu KI und Big Data in der Wirtschaft stehen Best Practices und konkrete Anwendungsfälle von KI in verschiedenen Sektoren im Mittelpunkt. Mit dabei sind neben Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst u.a. Dr. Marianne Janik, CEO Microsoft Deutschland, Jonas Andrulis, CEO und Gründer Aleph Alpha, Arlene Bühler, CIO/CDO DB Cargo und Thomas Saueressig, Vorstandsmitglied SAP SE. Für die Politik werden sprechen Bundesjustizminister Marco Buschmann, die Beauftragte für Digitale Wirtschaft & Startups im Bundeswirtschaftsministerium, Dr. Anna Christmann und der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Mario Brandenburg. Alle Sprecherinnen und Sprecher und Informationen zur Anmeldung online unter www.big-data.ai

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