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Bild: Deutsche Glasfaser Holding GmbH 
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Dem Digitalklimaindex 2026 zufolge haben sich 23% der Befragten schon einmal mit einem Chatbot unterhalten. Bei den 16- bis 29-Jährigen ist es mit 34% jeder Dritte, bei den 30- bis 44-Jährigen sind es 31%. Unter den 60- bis 65-Jährigen sind es dagegen nur 13%.
Explizite Freundschaften mit künstlichen Personen lehnen in der Befragung 78% ab, nur 15% würden sie befürworten. Unter den 16- bis 29-Jährigen, die am meisten Erfahrung mit Chatbots haben, sind es lediglich 19%, unter den 60- bis 65-Jährigen 12%. Die Studienautoren schließen daraus, dass die Menschen offenbar klar zwischen Unterhaltung und Beziehung unterscheiden können. Sie verweisen auf eine im Mai 2026 veröffentlichte Studie der Elon University in den USA. Demnach würden 59% der Befragten, die Chatbots für soziale und emotionale Zwecke nutzen, lieber mit Freunden oder der Familie als mit der KI sprechen.
„Künstliche Intelligenz wird für viele Menschen zum Gesprächspartner im Alltag. Das zeigt, wie selbstverständlich digitale Anwendungen geworden sind. Ebenso deutlich ist aber: Die Menschen wollen, dass Technik Begegnungen erleichtert und nicht ersetzt. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur soll Menschen miteinander verbinden – in der Stadt genauso wie auf dem Land“, sagt Ruben Quiemano, Chief Commercial Officer bei Deutsche Glasfaser.
Mehrheit befürchtet, dass KI einsamer macht
58% der Befragten halten es für wahrscheinlicher, dass Menschen durch KI noch einsamer werden, weil sie durch die Kommunikation mit KI weniger auf andere Menschen zugehen. Nur 32% erwarten das Gegenteil: dass Menschen weniger einsam sind, weil sie sich mit KI unterhalten können. Am größten ist die Sorge bei den 45- bis 59-Jährigen (62%) und den 60- bis 65-Jährigen (60%). Doch auch bei den Jüngsten überwiegt sie: 51% der 16- bis 29-Jährigen erwarten mehr Einsamkeit, 40% weniger. Mit Verweis auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich 2024 46% der 16- bis 30-Jährigen in Deutschland zumindest moderat einsam fühlten – mit oder ohne KI -, betont die Deutsche Glasfaser, dass das Thema einen Nerv trifft.
Regional reicht die Spannweite von 54% in Nordrhein-Westfalen bis 74% in Sachsen-Anhalt. Dort trauen nur 18% der KI zu, Einsamkeit zu verringern – der niedrigste Wert aller Länder. Ebenfalls besonders skeptisch zeigen sich Mecklenburg-Vorpommern (69%), Rheinland-Pfalz (68%), Schleswig-Holstein (66%) und Brandenburg (65%). Am ehesten erwarten die Menschen in Hessen (39%) sowie in Nordrhein-Westfalen und Berlin (jeweils 36%), dass KI gegen Einsamkeit hilft.
Skepsis bei Nachrichten und Datenschutz
Auch bei Information und Datenschutz überwiegen die Befürchtungen in der Studie deutlich. 74% erwarten, dass durch KI mehr Falschnachrichten in Umlauf kommen; nur 21% rechnen mit einer höheren Qualität von Nachrichten. 66% glauben, dass es schwieriger wird, Daten vor Missbrauch und unerlaubtem Zugriff zu schützen, 22% erwarten das Gegenteil.
„Die Menschen nutzen KI, aber sie schauen genau hin. Vertrauen entsteht dort, wo Informationen aufgrund nachvollziehbarer Quellen verlässlich sind. Wer KI im Alltag voranbringen will, muss diese Sorgen ernst nehmen – mit Transparenz und Medienkompetenz“, erläutert Ruben Quiemano.
Blick auf die Bundesländer
Zwischen den Bundesländern gehen die Einschätzungen der Befragten deutlich auseinander. Am optimistischsten zeigen sich die Stadtstaaten Hamburg und Bremen, wo jeweils 58% vor allem Chancen sehen. Es folgen Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg mit jeweils 56%. In fünf Ländern dagegen überwiegt die Skepsis: in Bayern (45% Chance, 49% Risiko), Berlin (46 zu 49%), Sachsen (46 zu 48%), Sachsen-Anhalt (43 zu 47%) und Mecklenburg-Vorpommern (43 zu 45%). Nahezu ausgeglichen ist das Bild in Thüringen (49 zu 47%) und Niedersachsen (48 zu 46%).
Als Auffällig beschreiben die Autoren die Ergebnisse aus dem Süden: Während in Baden-Württemberg eine klare Mehrheit Chancen erkennt, erreicht der Risiko-Anteil im Nachbarland Bayern gemeinsam mit Berlin den bundesweit höchsten Wert. Im Osten wiederum schert Brandenburg aus: Als einziges ostdeutsches Land liegt es beim Chancen-Anteil über dem Bundesdurchschnitt.
Knappe Mehrheit sieht Chancen
51% der Befragten verbinden künstliche Intelligenz alles in allem eher mit Chancen, 43% eher mit Risiken. Wie stark die Haltung vom Alter abhängt, zeigt der Blick auf die Generationen: Unter den 16- bis 29-Jährigen sehen 64% vor allem Chancen und 34% vor allem Risiken. Bei den 30- bis 44-Jährigen beträgt das Verhältnis 55 zu 40%, bei den 45- bis 59-Jährigen 51 zu 43%. In der ältesten Gruppe der 60- bis 65-Jährigen kippt das Bild: Nur noch 42% sehen KI vorwiegend als Chance, 50% als Risiko.
Klare Grenzen
Die Studienautoren sehen in den Ergebnissen das Bild einer Bevölkerung, die KI pragmatisch nutzt und mehrheitlich Chancen sieht, aber klare Grenzen zieht. Wo KI als Werkzeug oder zur Unterhaltung dient, ist die Akzeptanz hoch. Wo sie menschliche Beziehungen ersetzen könnte, überwiegt die Ablehnung. Die regionalen Unterschiede zeigen zudem, dass Vertrauen in neue Technologien nicht überall gleich ausgeprägt ist und vor Ort gewonnen werden muss.
Methodik: Der Digitalklimaindex von Deutsche Glasfaser untersucht die digitale Einstellung der deutschen Bevölkerung in zwölf Lebensbereichen. Media Tenor hat die Untersuchung gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Mentefactum durchgeführt. Für die aktuelle Erhebung wurden im Juni 2.008 Personen zwischen 16 und 65 Jahren durch Mentefactum repräsentativ telefonisch befragt.















