Siineos von In.Hub arbeitet nach diesem Prinzip. Je mehr Komponenten im Einsatz sind, desto wichtiger wird eine zentrale Übersicht. Sie zeigt, welche Geräte erreichbar sind, welche Anwendungen laufen und ob Konfigurationen noch dem festgelegten Standard entsprechen. Eine Managementebene führt Geräte, Softwarestände, Benutzerrechte, Verbindungen und Fehlermeldungen zusammen. Dazu ergänzt Hub-CX400 die Siineos-Plattform um eine zentrale Ebene, über die Geräte, Anwendungen und Datenbestände zusammengeführt und verwaltet werden können.
Brownfield bleibt heterogen
Besonders anspruchsvoll ist die Skalierung im Brownfield. Dort unterscheiden sich Maschinen in Baujahr, Steuerungstechnik, Schnittstellen und Dokumentationsstand. Ein Roll-Out muss deshalb mehrere Wege der Datenerfassung zulassen. Moderne Maschinen können über standardisierte Protokolle angebunden werden. Bei älteren Anlagen sind zusätzliche Sensoren, digitale Signale, Zählerimpulse oder Messgeräte erforderlich. Das Hub-SE100 von In.Hub wird dafür zwischen Sensor und Steuerung geschleift: Das Signal läuft unverändert zur Steuerung weiter und wird dabei zusätzlich erfasst. Alternativ arbeitet das Modul als autarker Sensorknoten oder bindet Impuls- und Zählersignale an. Für Energie- und Mediendaten steht das Edge-Modul Hub-EN200 zur Verfügung. Ob überall dasselbe Gerät steckt, spielt dabei eine geringere Rolle. Wichtiger ist, dass unterschiedliche Erfassungswege in einer gemeinsamen Datenstruktur zusammenlaufen und nach denselben Regeln betrieben werden.
Modularität statt Inselsysteme
Bei einer ersten Umsetzung werden Datenerfassung, Verarbeitung, Visualisierung und Analyse häufig eng miteinander verbunden. Für den Roll-Out ist eine modulare Architektur sinnvoller. Die physische Erfassung sollte von der späteren Nutzung getrennt werden, damit dieselben Daten für mehrere Anwendungen zur Verfügung stehen. Maschinenzustände und Stückzahlen können so für OEE-Auswertungen, Stillstandsanalysen und Produktionsberichte genutzt werden. Energieinformationen lassen sich mit Zustandsdaten kombinieren und zugleich an ein Energiemanagementsystem oder eine SQL-Datenbank übergeben. SQLxConnect übernimmt innerhalb der Siineos-Umgebung die strukturierte Übergabe aufbereiteter Daten an bestehende SQL-Systeme, ohne dass für jede Maschine ein eigenes Schnittstellenprojekt entstehen muss. Für einen neuen Anwendungsfall muss so nicht automatisch eine neue Infrastruktur entstehen.
Skalierung braucht klare Verantwortung
Neben der Technik entscheidet die Organisation über den Erfolg. Produktion, Instandhaltung, Automatisierung und IT verfolgen unterschiedliche Anforderungen. Daher muss klar geregelt sein, wer Hardware und Betriebssystem verantwortet, Anwendungen freigibt, Konfigurationen pflegt, Zugriffe verwaltet und auf Störungen oder Sicherheitsmeldungen reagiert. Auch Cybersecurity muss Teil der Architektur sein. Jedes Gerät und jede Verbindung erweitert die Angriffsfläche. Notwendig sind begrenzte Kommunikationswege, sichere Authentifizierung, minimale Zugriffsrechte, nachvollziehbare Änderungen und ein geregelter Umgang mit Sicherheitsupdates. Wenn ab Dezember 2027 die Hauptpflichten des Cyber Resilience Act greifen, dürfen Produkte mit digitalen Elementen in der EU nur noch in Verkehr gebracht werden, wenn sie definierte Sicherheitsanforderungen erfüllen. Für ein Roll-Out-Projekt, das heute geplant wird, ist das kein fernes Datum. Edge-Geräte, die jetzt in die Produktion gehen, laufen dort typischerweise fünf bis zehn Jahre. Wie lange es für ein Gerät noch Sicherheitsupdates gibt und wie diese in den Betrieb kommen, gehört deshalb in die Auswahl und nicht in die spätere Betriebsphase. Wer im Pilot nur auf den Funktionsumfang schaut, entscheidet unbemerkt auch über die Wartbarkeit der nächsten Jahre.














