Künstliche Intelligenz am Schreibtisch

Close-up Of A Robotic Hand Using Calculator
Close-up Of A Robotic Hand Using Calculator

Die Produktionsbranche ist eigentlich das perfekte Einsatzfeld für künstliche Intelligenz. In kaum einem anderen Umfeld wird auf die ständige Weiterentwicklung und Optimierung ein so großer Wert gelegt wie in Deutschlands Fabriken – egal ob ein DAX-Unternehmen, bei Mittelständler oder in kleineren Betrieben.

Stellschraube für Erfolg

Allerdings: Eine weitere wichtige Stellschraube für die Produktivität gibt es jenseits der eigentlichen Produktion – durch den Einsatz von KI in den Büros und Home-Offices von Management und Verwaltung. Diese können allerdings nur dann einen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg leisten, wenn ihr Einsatz strategisch durchdacht und dann konsequent umgesetzt wird.

Eins vorweg: Bei der KI ist die Frage nicht mehr, ob sie eine Rolle in der Büroarbeit spielen wird, sondern welche. Umfragen zeigen bereits, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Technologie grundlegend akzeptieren und einsetzen. So nutzen 52,2 Prozent aller Bürobeschäftigten in der Produktionsbranche mindestens einmal pro Monat KI, um etwa Texte zu schreiben, Präsentationen zu erstellen, Inspiration für andere Aufgaben zu finden oder Projekte zu managen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Civey, die von Microsoft in Auftrag gegeben wurde.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Damit stellt sich die Frage, warum viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch nicht das volle Potenzial von KI ausschöpfen. Und was kann die Industrie tun, um das zu ändern?

So ergab die Civey-Umfrage, dass zwar viele Beschäftigte der Produktionsbranche, die in Büros arbeiten, KI im Arbeitsalltag einsetzen, aber noch Nachholbedarf haben, was den effektivsten und effizientesten Einsatz der Technologie angeht. Etwa ein Drittel aller Befragten (37 Prozent) sagen, dass ihr Wissen über die beruflichen Anwendungsmöglichkeiten von KI gut oder sehr gut ist. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es 53,8 Prozent und in der Gruppe von 30 bis 39 immerhin 48,8 Prozent. Dennoch: Diese Lücke muss gefüllt werden, denn es ist einfach unwirtschaftlich, fast zwei Drittel aller Mitarbeitenden mit KI-Fachwissen allein zu lassen, das sie selbst als mittelmäßig oder sogar schlecht und sehr schlecht einschätzen.

Aus- und Weiterbildungsinitiativen können helfen, diese Bildungslücke zu verkleinern und ganz zu schließen. Dies kann unterschiedliche Formen annehmen: Von begleiteten Vor-Ort-Workshops bis hin zu selbstgesteuerten Online-Weiterbildungen, von KI-Mentoring-Netzwerken bis hin zu umfassenden Zertifizierungsprogrammen – oder einer Mischung aus allem. Wichtig ist, dass die individuellen Trainingsbedürfnisse der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem KI-Arbeitsalltag einer jeden Organisation angepasst werden. Oder anders gesagt: Das Ziel ist, dass das Ziel auch wirklich das Ziel bleibt. Dass also KI nicht als Selbstzweck oder Trend-Objekt angesehen wird – und dadurch zu genau der Modeerscheinung degradiert wird, als die Innovationskritiker sie mitunter bezeichnen.

Beispiele aus der Praxis

Bei Würth IT, dem IT-Dienstleister der Würth-Gruppe, lässt sich sehen, wie eine Integration von KI-Lösungen in die Arbeitsabläufe in Büro und Home-Offices in der Praxis aussehen kann. Das Unternehmen nahm schon am Early Access Program für Copilot für Microsoft 365 teil und testete einen KI-Assistenten für die gesamte Würth-Gruppe. Bei Anwendungsfällen wie der Zusammenfassung von Meetings in Microsoft Teams oder dem Texten von E-Mails auf Deutsch und Englisch zeigte sich der Mehrwert des digitalen Assistenten: Copilot entlastet die Mitarbeitenden und ermöglicht so mehr Effizienz.

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