
Das Gründungsgeschehen in Deutschland hat 2025 deutlich an Dynamik gewonnen. Nach einer Erhebung des ZEW Mannheim und Creditreform wurden rund 183.000 neue Unternehmen gegründet. Das sind 7,7% mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Besonders stark fällt der Aufschwung bei wachstumsorientierten, innovativen Startups aus. Die Studie zählt hierzu Unternehmen, wenn sie als Kapitalgesellschaft gegründet wurden, mehrere Gründerinnen und Gründer beteiligt sind und Forschung und Entwicklung btreiben. Rund 3.100 solcher Unternehmen wurden 2025 gegründet, 19% mehr als 2024. Mehr als 45% davon, rund 1.400 Unternehmen, gehören zu den technologieorientierten Dienstleistungen. Dort stieg die Zahl der Startup-Gründungen gegenüber dem Vorjahr sogar um 27%.
Allerdings zeigt sich ein zweigeteiltes Bild bei den Einträgen ins Handelsregister. Während vor allem die Anzahl der Gründungen kleiner Unternehmen ohne Handelsregistereintrag zunahm, sank die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag um 3,3%.
„Der deutliche Anstieg der Gründungszahlen ist ein positives Signal. Allerdings zeigt der genauere Blick, dass vor allem Gründungen im Kleingewerbebereich für den Zuwachs verantwortlich sind. Bei größeren, kapitalintensiveren Gründungen sehen wir dagegen weiterhin eine schwächere Entwicklung“, erklärt Dr. Sandra Gottschalk, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich ‚Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik‘.

Aufschwung differenziert bewerten
Auch zwischen den Branchen zeigt die Studie deutliche Unterschiede. Demnach entwickelte sich 2025 das Gastgewerbe besonders dynamisch: Rund 20.000 Unternehmen wurden gegründet, 20,7% mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig nahm auch die Zahl der Schließungen in dieser Branche deutlich zu. Schwächer fällt die Entwicklung im produzierenden Gewerbe aus. Im forschungsintensiven verarbeitenden Gewerbe sank die Zahl der Gründungen um 2,6%, im Fahrzeugbau sogar um 8,7%. Einen Gegenpol bilden technologieorientierte Dienstleistungen, bei denen die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag um 8,5% zunahm. Die Studienautoren betonen, dass der Aufschwung bei den Unternehmensgründungen anhand der Ergebnisse einer differenzierten Bewertung bedürfe.
















