„Die industrielle Automation in Deutschland ist auf hohem Niveau“, sagt Jane Heffner, Präsidentin der International Federation of Robotics. „Das Land liegt bei den jährlichen Installationen hinter der Republik Korea, den Vereinigten Staaten, Japan und China weltweit an fünfter Stelle. Zwischen 2020 und 2025 stiegen die Installationen branchenübergreifend mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2%. Allerdings ging der Absatz im Jahr 2025 um 8% zurück. Das ist hauptsächlich auf die sinkende Nachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen.“
Ein Blick auf die Branchen
Für die deutsche Automobilindustrie meldet der IFR 5.800 neu installierte Industrie-Roboter. Damit bleibt sie mit einem Marktanteil von 23% die größte Abnehmerbranche. Allerdings geht die Nachfrage zurück: Im Jahr 2020 machte der Marktanteil in diesem Segment noch 40% aus. Insbesondere bei Elektrofahrzeugen blieben die Absätze hinter den Erwartungen zurück, so der IFR, der weiter darauf verweist, dass nationale und internationale politische Unsicherheiten die Branche dazu veranlasst haben, Investitionsprojekte zurückzustellen und Kapazitäten neu zu justieren.
Die metallverarbeitende Industrie hat laut aktuellem Report 5.300 Einheiten installiert, was einem Rückgang um 13% entspricht und einem Marktanteil von 21%. Es folgt die Chemie- und Kunststoffindustrie mit 3.000 installierten Einheiten – ein Rückgang um 5% und einem Marktanteil von 12%.
Roboterproduktion und -export sinken
Die Produktion von Industrierobotern in Deutschland erreichte 23.700 Einheiten, ein Minus von 24%. Wie der IFR erläutert, sind in den vergangenen Jahren zwar neue Anbieter auf dem deutschen Markt hinzugekommen. Deren Impulse konnten die Einbußen aber nicht ausgleichen, die durch die Umstellung auf eine dezentrale Produktion entstanden sind. Mit dieser Strategie streben die Hersteller an, möglichst nah an den jeweiligen lokalen Märkten zu produzieren.
Die Exporte von Industrierobotern aus Deutschland gingen nach IFR-Angaben im Jahr 2025 um 3% auf 15.100 Einheiten zurück. Dem Verband zufolge ist hier, neben der Verlagerung der Produktion, die große Zahl internationaler Roboteranbieter ein wichtiger Faktor, die Deutschland als ihre europäische Vertriebszentrale nutzen. Derzeit führt die schwache Nachfrage in Europa zu einem Rückgang sowohl der Re-Exporte in andere europäische Märkte als auch der Importe in deutsche Vertriebszentren.
Wie geht es weiter?
Der Robotikverband rechnet damit, dass die Gesamtnachfrage nach Robotern 2026 erneut zurückgehen dürfte. Ab 2027 rechnen Experten einhellig wieder mit steigen Installationszahlen. Mit Blick auf das Wachstumspotenzial sieht der Verband die Entwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) als vielversprechend an. Der deutsche Mittelstand könne von den flexibleren Automatisierungslösungen profitieren, die Roboterhersteller anbieten, so der IFR. Das Spektrum reicht von Robotern, die weniger Programmierkenntnisse erfordern, über kostengünstige Roboter bis hin zu ‚Robot-as-a-Service‘-Geschäftsmodellen (RaaS), die die Gesamtbetriebskosten senken können.















