Mit Microgrids bis zu 80 Prozent Eigenversorgung

Am Netzanschlusspunkt wird die Verbindung mit dem öffentlichen Netz herstellt. Der Netzbetreiber stellt durch seine Vorgaben sicher, dass eine PV-Anlage keine Belastung für das Energienetz hinter diesem Anschlusspunkt darstellt.
Am Netzanschlusspunkt wird die Verbindung mit dem öffentlichen Netz herstellt. Der Netzbetreiber stellt durch seine Vorgaben sicher, dass eine PV-Anlage keine Belastung für das Energienetz hinter diesem Anschlusspunkt darstellt.Bild: Bachmann Electronic GmbH

Ein Microgrid ist ein kleines lokales Stromversorgungsnetz, das erneuerbare und konventionelle Energiequellen kombiniert. Es kann sowohl netzgekoppelt als auch autark arbeiten. Diese Flexibilität macht Microgrids besonders attraktiv für Industrieunternehmen, die ihre Energieversorgung sichern und gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele erreichen wollen. Typischerweise bestehen Microgrids aus mehreren zentralen Elementen: Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik-Anlagen, Windkraftanlagen, Blockheizkraftwerke oder Brennstoffzellen bilden das Herzstück und liefern die benötigte Energie. Energiespeicher, etwa Lithium-Ionen-Batterien oder Wasserstoffspeicher, puffern Überschüsse und geben Energie bei Bedarf ab, um die Netzstabilität zu sichern.

Per Fernzugriff auf eine Visualisierung können über einen Internet-Browser unter anderem Topologien, Signalflüsse und Diagramme angezeigt sowie Sollwerte gesetzt werden.
Per Fernzugriff auf eine Visualisierung können über einen Internet-Browser unter anderem Topologien, Signalflüsse und Diagramme angezeigt sowie Sollwerte gesetzt werden.Bild: Bachmann Electronic GmbH

Smart gesteuert und vernetzt

Intelligente Steuerungssysteme optimieren den Energiefluss in Echtzeit, ermöglichen Lastmanagement und sorgen für eine effiziente Nutzung der Ressourcen. Das lokale Verteilnetz verbindet Erzeuger und Verbraucher direkt, reduziert Übertragungsverluste und erhöht die Effizienz des Systems. Die Schnittstelle zum öffentlichen Netz ermöglicht den Austausch mit dem übergeordneten Netz oder die Trennung für den Inselbetrieb.

Vorteile für Industrie

und Gewerbe

Die Nähe zwischen Erzeugern und Verbrauchern ist eine der zentralen Stärken von Microgrids. Durch die lokale Erzeugung und Nutzung von Energie werden Übertragungsverluste reduziert. Darüber hinaus ist die Zuschaltung oder der Tausch von Energieerzeugungseinheiten durch die kleine Skalierung und das lokale Energiemanagement deutlich sicherer und einfacher zu bewerkstelligen als dies im bisherigen großen Maßstab möglich war. Zudem können Backup-Systeme schmaler ausfallen und kritische Infrastruktur ist bei entsprechendem Security-Konzept einfacher zu schützen.

Stromkosten sinken deutlich

Diese Vorteile bringen den industriellen Anwendern einen konkreten Nutzen. Durch die Optimierung des Eigenverbrauchs und das sogenannte Peak-Shaving können Unternehmen ihre Stromkosten deutlich reduzieren. Im industriellen Kontext ist die Entscheidung zur Installation einer eigenen Dachsolaranlage oftmals der Ausgangspunkt für die Schaffung eines eigenen Microgrids, weil für größere PV-Anlagen ab 100kW besondere rechtliche Bedingungen für die Steuerbarkeit gelten.

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