Deutsche KI-Startups boomen

Top view of multiracial young creative people in modern office. Group of young business people are working together with laptop, tablet, smart phone, notebook. Successful hipster team in coworking. Freelancers.
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„Deutschland verfügt über eine ausgeprägte Startup-Kultur im Bereich KI. Jedoch würde das Wachstum der Branche wesentlich höher ausfallen, wenn die Unternehmen ihre freien Positionen besetzen könnten“, ordnet Dr. Christian Rammer, ZEW-Ökonom im Bereich ‚Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik‘ und Co-Autor der Studie, die Kernergebnisse ein.

Fachkräftemangel als größtes Problem

Gut ein Drittel der Startups konnte 2022/23 offene Positionen nicht füllen. Dabei waren Stellen aus allen Feldern betroffen, nicht nur spezialisierte KI- und IT-Jobs, sondern auch Positionen außerhalb davon. Dr. Sandra Gottschalk, Co-Studienautorin und Leiterin des ZEW-Forschungsdatenzentrums, ergänzt: „KI-Startups, die stark wachsen, haben häufiger offene Stellen. Das knappe Fachkräfteangebot stellt sie vor große Herausforderungen. Dies unterstreicht, dass der Fachkräftemangel insbesondere wachstumsstarke KI-Startups bei ihrer Expansion behindert.“ Mit mehr als 3.000 jungen Unternehmen im Jahr 2021 verfügt Deutschland über eine sehr große Startup-Szene im Bereich künstlicher Intelligenz. Die Szene ist gut vernetzt: Mehr als drei Viertel der Unternehmen zählen andere KI-Startups zu ihren Kunden. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass KI-Startups konkrete Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft angehen wollen. Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Probleme fallen stärker ins Gewicht als schnelles Wachstum oder hohe Einkommen zu generieren“, erläutert Rammer.

Umsatz nach elf Monaten

Schon nach kurzer Zeit erwirtschaften Startups im Bereich KI Umsatz. Im Durchschnitt liegen elf Monate zwischen Gründung und ersten Erlösen. Neben dem Fachkräftemangel bestehen die größten Herausforderungen für KI-Startups in der Finanzierung neuer Projekte sowie rechtlichen Regularien zum Datenschutz. Dagegen spielt die IT-Infrastruktur in Deutschland in Form von Breitbandzugang und Zugriff zu Hochleistungsrechnern eine deutlich geringere Rolle. ZEW Mannheim