Unternehmen und Behörden scheuen Datenaustausch

180723 SopraSteria MKS Infografik V4
Bild: Sopra Steria SE

Um mit dem technologischen Fortschritt mithalten zu können, arbeiten Organisationen zunehmend mit Startups oder gar Konkurrenten zusammen. Diese Zusammenschlüsse funktionieren allerdings nur, wenn die Partner untereinander Markt- und anonymisierte Kundendaten oder Software-Code teilen. Dazu sind in der Fläche laut einer Studie der Managementberatung Sopra Steria wenige Unternehmen bereit. Zwölf Prozent der befragten Entscheiderinnen und Entscheider würden interne Daten mit anderen Unternehmen oder Behörden teilen, um damit Prozesse zu verbessern oder Innovationen voranzutreiben. Mit der Bereitstellung von Kompetenzen haben dagegen die wenigsten Organisationen Probleme. Auch Wissen und Ideen werden von 41 Prozent extern und 78 Prozent intern geteilt.

Fehlende ‚Datenkultur‘

„Die Zahlen zeigen, wie zurückhaltend Organisationen in Deutschland sind und dass Open Innovation und Zusammenarbeit an eine Grenze stoßen, wenn es um das Teilen von Daten geht“, sagt Torsten Raithel, Experte für Data & Analytics bei Sopra Steria. „Daten sind für Unternehmen immer noch ein gut gehütetes Geheimnis, und in der öffentlichen Verwaltung erschweren häufig föderale Unterschiede das Teilen von Daten über Bundesländergrenzen hinweg. Sowohl die Wirtschaft als auch der öffentliche Sektor sind gefordert, die passenden Voraussetzungen zu schaffen“, so Raithel. Nachholbedarf sieht der Berater beim Aufbau einer Datenkultur: „Daten zu teilen heißt, sich ein Stückweit zu offenbaren und die puren Zahlen ohne Filter und ohne Möglichkeit zur Beschönigung offenzulegen. Offenheit erfordert zudem ein Bewusstsein, dass Daten zu teilen keinen Knowhow-Verlust bedeutet“, sagt Torsten Raithel. Dieses Verständnis ist bei Unternehmen und Behörden in Deutschland nur schwach ausgeprägt. 48 Prozent der Befragten führen in der Studie fehlendes Vertrauen und Angst vor Missbrauch der geteilten Daten als Hauptgründe gegen enge Partnerschaften an. 43 Prozent befürchten in Kooperationen einen Datenverlust.

Interner Handlungsbedarf

Handlungsbedarf besteht auch in den Unternehmen und Behörden selbst. Es werden zwar intern mehr Daten geteilt, allerdings längst nicht in der Breite. Vor allem öffentliche Verwaltungen (44 Prozent) und Finanzdienstleister (43 Prozent) stellen ihre Daten nicht teamübergreifend zur Verfügung. 37 Prozent der Befragten bemängeln selbst eine fehlende Kultur der Offenheit in ihren Unternehmen oder Verwaltungen. Jede zweite Organisation will ein offenes Mindset fördern. 42 Prozent arbeiten beispielsweise an der Transparenz.

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