Ob Leasing, Asset-as-Service (AAS), Pay-per-Use (PPU) – das Credo ‚Nutzen statt Besitzen‘ ist in der Gesellschaft angekommen. Die effiziente Nutzung des Investitionsguts ist auch das Ziel des Geschäftsmodells Equipment-as-a-Service (EaaS). Prof. Matthias Schlipf, Prof. Uwe Seebacher sowie Master-Studierende der Fachrichtung Marketing Management an der Hochschule München haben in einer branchenübergreifende Studie Voraussetzungen, Hemmnisse und Erfolgsfaktoren von EaaS-Modellen im Investitionsgüterbereich untersucht.Insgesamt wurden 322 Teilnehmer befragt.
Unterschied zum klassischen Verkauf
Beim EaaS-Modell wird dem Anwenderunternehmen beispielswesie eine Maschine gegen eine Gebühr bereitgestellt. Der Maschinenhersteller ist für die Wartung, den Service sowie für die Verbrauchsgüter und die Ersatzteile verantwortlich. Das Anwenderunternehmen kann so die einmaligen Investitionsausgaben reduzieren. Für die Hersteller liegen vielfältige Vorteile in engerer Kundenbindung. In der industriellen Bildverarbeitung stellen PC-basierte Systeme oft eine technische Hürde dar. Die Trennung von Bildaufnahme und Datenverarbeitung führt häufig zu Latenzen, erhöhtem Platzbedarf und einem komplexen Wartungsaufwand. Besonders in schnellen Produktionslinien erschwert die Synchronisation zwischen Sensor und externem Rechner eine stabile Prozesskontrolle. ‣ weiterlesen
Präzise 2D-Inspektion mit nativer Edge-Intelligenz
Kern-Vorteile stoßen auf Zustimmung
Das Forschungsteam hat unter anderem ein Stimmungsbild auf dem Investitionsgütermarkt hinsichtlich der Voraussetzungen, Erfolgsfaktoren und Potenziale der EaaS-Modelle erfasst. Demnach stimmen mehr als 75 Prozent der befragten Unternehmen den Kern-Vorteilen von EaaS-Geschäftsmodellen zu. Positiv bewerteten sie die Kostenoptimierung der Wartungsarbeiten, die Förderung von innovativen Produkten und Technologien sowie mehr Planungssicherheit bei der Finanzierung von Investitionsgütern. Die engere Kundenbindung wird bei Studienteilnehmern aus der DACH-Region mit etwa 96 Prozent und bei Mitgliedern der Geschäftsführung mit rund 95 Prozent Zustimmung als größter Vorteil von Eaas-Modellen gesehen. 75 Prozent der Teilnehmer aus Nicht-DACH-Regionen erwarten, dass EaaS den festen Kauf eines Investitionsgutes größtenteils ablösen wird – in der DACH-Region ist man hier skeptischer und nur 46 Prozent der Teilnehmer stimmen dieser Aussage zu.
Zukunftsträchtiges Modell
Als Kern-Hindernisse von EaaS nannten die Befragten wiederum die Sorge um Datensicherheit, fehlendes Wissen über die Anwendung und Implementierung von EaaS und fehlende Angebote und Anbieter. „Es besteht großes Potenzial für EaaS-Leistungen, sobald diese Hindernisse überwunden werden. Zusammenfassend belegen die Ergebnisse, dass EaaS – gerade im Hinblick auf Digitalisierung und ökologische Nachhaltigkeit – sowohl unternehmens- als auch branchenübergreifend ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell ist“, so Matthias Schlimpf.














