
CFOs wollen weniger investieren
Die Corona-Krise hinterlässt bereits tiefe Spuren: So fielen die Geschäftsaussichten deutscher Unternehmen auf ein Rekordtief seit 2012, als der erste CFO Survey erhoben wurde. Drei Viertel der befragten Finanzvorstände zeigen sich deutlich pessimistischer als noch vor drei Monaten, während gerade mal ein Fünftel der CFOs die Geschäftsaussichten ihres Unternehmens unverändert einschätzen. Der Trend zu einer Verschlechterung der Geschäftsaussichten, der sich schon 2018 bemerkbar machte, hat sich also massiv beschleunigt. Der Einbruch bei den Geschäftsaussichten betrifft die Investitionspläne und die Einstellungsbereitschaft der deutschen Unternehmen gleichermaßen: So planen 63 Prozent der CFOs einen leichten oder starken Rückgang ihrer eigenen Investitionen, etwa die Hälfte erwartet über die kommenden 12 Monate einen Rückgang der Beschäftigtenzahl. Diese Werte standen nur während der Eurokrise 2012 noch niedriger. 78 Prozent der befragten CFOs stufen die Unsicherheit im ökonomischen Umfeld als ‚hoch‘ oder ’sehr hoch‘ ein; dies kommt dem Spitzenwert von 80 Prozent in der Eurokrise 2012 sehr nahe. Entsprechend hat die Krise die unternehmerischen Prioritäten geändert: Standen im vergangenen Herbst die strategische Bedeutung der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie die Expansion in neue Märkte oben auf der Agenda, so haben nun wichtige Punkte wie Kostensenkungen und Verschuldungsabbau deutlich zugelegt. Insgesamt ist durchweg ein Zurückfahren von offensiven Geschäftsstrategien zugunsten von defensiven zu beobachten.
42 Prozent befürchten Auswirkungen
Während nur 17 Prozent der Unternehmen keine Auswirkungen befürchten, erwarten 42 Prozent auf Sicht von sechs Monaten einen Rückgang ihrer Erträge um mehr als ein Zehntel; 87 Prozent haben Geschäftsreisen und ihre generellen Ausgaben reduziert, 72 Prozent neue oder alternative Arbeitsregelungen getroffen. Bei knapp ein Fünftel der Befragten wurden langfristige Investitionen zurückgestellt, nur acht Prozent arbeiten schon an neuen Kreditfazilitäten. Bei den Umsatzerwartungen wird die realwirtschaftliche Tragweite der gegenwärtigen Entwicklungen deutlich: Lag selbst während der Eurokrise der Index der Umsatzerwartungen im Plusbereich, so befürchten aktuell 63 Prozent der Unternehmen einen Rückgang in den kommenden 12 Monaten; jeweils 18 Prozent hingegen gehen von keiner Veränderung oder sogar von einem leichten Anstieg aus. Die Auswirkungen von Covid-19 schätzen die CFOs eher pessimistisch ein. 60 Prozent planen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung bis ins zweite Halbjahr hinein und sehen ab 2021 eine Konjunkturerholung. Ein Fünftel glaubt an einen nur kurzfristigen konjunkturellen Einbruch, dem im zweiten Halbjahr eine Gegenbewegung folgt. 10 Prozent rechnen mit einem langfristigen Einbruch der Wirtschaftsleistung.
mst/Deloitte GmbH















