Darüber, ob der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im Arbeitsalltag von Ingenieuren und Ingenieurinnen angekommen ist, liefert eine VDI-Umfrage Erkenntnisse. Der Verband hat seine Mitglieder dazu befragt. KI soll technische Systeme um die Fähigkeit erweitern, Aufgaben selbstständig und effizient zu bearbeiten. Wie die Technologie die tägliche Arbeit von Ingenieuren verändert hat, wollte der VDI anhand einer Befragung ermitteln. Die Ergebnisse wurden mit einer Umfrage aus 2018 verglichen und im Statusreport ‚Künstliche Intelligenz im Ingenieuralltag – Erwartungen und Realität‘ festgehalten.
Prognosen nicht erfüllt
„Die Prognosen aus der letzten Umfrage aus dem Jahr 2018 erfüllen sich nicht. Die seinerzeit geäußerten Erwartungen im Hinblick auf die Nutzung von KI-Methoden werden deutlich nicht erreicht“, so Dieter Westerkamp, VDI-Bereichsleiter Technik und Gesellschaft. Die größte Nutzung von KI-Methoden ergibt sich laut den VDI-Mitgliedern bei der Datenanalyse. Es folgen der Einsatz bei der vorausschauenden Instandhaltung, im Qualitätsmanagement sowie im Rahmen von Assistenzsystemen. Auf die Frage, in welchen Bereichen das größte Potenzial von KI außerhalb der industriellen Produktion gesehen wird, wird wie schon 2018 am häufigsten das automatisierte Fahren genannt. In der industriellen Bildverarbeitung stellen PC-basierte Systeme oft eine technische Hürde dar. Die Trennung von Bildaufnahme und Datenverarbeitung führt häufig zu Latenzen, erhöhtem Platzbedarf und einem komplexen Wartungsaufwand. Besonders in schnellen Produktionslinien erschwert die Synchronisation zwischen Sensor und externem Rechner eine stabile Prozesskontrolle. ‣ weiterlesen
Präzise 2D-Inspektion mit nativer Edge-Intelligenz
Oft keine KI-basierten Produkte
Der überwiegende Teil der Befragten gibt an, dass das eigene Unternehmen noch keine KI-basierten Produkte oder Dienstleistungen anbietet. KMUs hinken Großunternehmen dabei hinterher. Die geäußerten Erwartungen aus dem Jahr 2018 im Hinblick auf die Nutzung von KI-Methoden werden laut VDI im Vergleich zur neuen Umfrage nicht erreicht. Als möglichen Grund nennt der Verband die Corona-Pandemie, die neue und andere Herausforderungen vor allem in den Jahren 2020 und 2021 mit sich brachte.
Durch Pandemie forciert
Die Digitalisierung wurde allgemein durch die Pandemie forciert und hätte demnach auch einen Schub für KI-Anwendungen im Ingenieuralltag bedeuten können. Pessimistisch ist die Einschätzung der VDI-Mitglieder im Hinblick auf eine führende Rolle Deutschlands im KI-Bereich. So sagten etwa 76 Prozent der Befragten, dass Deutschland keine führende Rolle einnimmt, etwa 24 Prozent geben an, Deutschland mindestens eine führende Rolle in einigen Bereichen zuzuschreiben.














